Musicattack

Über Charts, Newcomer, Evergreens und alles was laut ist

Beiträge vom: April, 2008


Ein ängstliches Zittern geht durch die internationale Musikindustrie. Kommt eine Zeit, in der keine CDs mehr in den Regalen stehen werden, sondern Musik nur noch kostenfrei im Internet heruntergeladen wird? Nach dem Aufkommen von mp3, angeblich immer größeren Umsatzeinbußen durch illegale downloads und allein über Webseiten promotete Underground-Bands: was man sich einmal als mehr oder weniger einheitliche Musikindustrie mit großen, die Trends setzenden Major-Labels vorstellen konnte, verliert immer mehr an Einfluss und ist durch die Vermarktungsstrategien des Internet in Frage gestellt. Was hier als Horrorszenario beschworen wird, ist natürlich keines für die Verbraucher – die können sich über die gesparten Euros freuen. Auch die Behauptung, die Umsatzeinbußen würden die Förderung von jungen Talenten verhindern ist mehr als fadenscheinig, denn Plattformen wie MySpace und LastFM funktionieren als dezentrale Innovationsgeneratoren und die Erfolgsgeschichten von Bands Clap Your Hands Say Yeah und den Arctic Monkeys beweisen die Unabhängigkeit junger Talente vom big bussiness.
Das Geschäft liegt schon jetzt weit weniger im Verkauf von Tonträgern als noch vor wenigen Jahren und dagegen wird die Vermarktung von Rechten und von Live-Shows immer bedeutender. Nachdem Radiohead mit ihrem Album “In Rainbows” den Anfang gemacht hatten und Nine Inch Nails und Coldplay mit neuen Singles nachgezogen sind haben jetzt auch Metallica angekündigt ihr nächstes Album als kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen. Das von den Fans lang erwartete Album “Mission Metallica” wird unter der gleichnamigen Internetadresse ab Mai zu hören sein.
Ob wir es mit dieser großzügigen Veröffentlichungsstrategie aber wirklich mit den ersten Tönen einer Zukunftsmusik zu tun haben ist durchaus fragwürdig – die Pioniere von Radiohead jedenfalls haben angegeben, bei der kostenlosen Internet-Veröffentlichung habe es sich um eine einmalige Aktion gehandelt. Vielleicht also nur ein probates Mittel um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen?
Auf musiksocke.de findet sich alternativ eine Auflistung der Anbietern, die einen legalen Musik Download gegen Gebühr anbieten.    [...mehr]


Wie jedes Jahr werden sich wieder einige Songs um den Status Sommerhit des Jahres 2008 bewerben. Songs wie „Macarena“ von Los del Rio haben sich dank einmaliger Berühmtheit einen Platz unter den Kultcharts gesichert. Da die meisten von ihnen generell in dem Genre „Jamaica-feeling“ beheimatet sind, möchte ich für dieses Jahr einmal einen unkonventionellen Vorschlag machen – Kat Deluna!    [...mehr]


Singlecharts

1. Madonna – 4 Minutes (NEU) – (1.Woche)
2. Duffy – Mercy (1) – (4. Woche)
3. Ich + Ich – So soll es bleiben (3) – (2.Woche)
4. Mark Ronson feat. Amy Winehouse – Valerie (4) – (6.Woche)
5. Schnuffel – Kuschelsong (2) – (10.Woche)
6. Die Ärzte – Lasse Redn (NEU) – (1.Woche)
7. Yael Naim – New Soul (5) – (6.Woche)
8. Leona Lewis – Bleeding Love (6)-(14.Woche)
9. OneRepublik – Stop and Stare (8) – (5.Woche)
10. Mariah Carey – Touch my Body (7) – (3.Woche)    [...mehr]



Das Hip Hop-Urgestein KRS One wurde jüngst in New Haven (Connecticut) auf einem Konzert durch einen Konzertbesucher auf der Bühne verletzt. Der Fan, der auf die Bühne klettern wollte und daran von Securities gehindert und warf eine Flasche nach dem Rapper. Die Flasche verletzte KRS One an der Hand und im Gesicht, so dass er das Konzert abbrechen und die Wunden im Krankenhaus versorgen lassen musste. Das perfide an der Geschichte ist, dass sich KRS One zur Zeit mit der Tour durch die USA für seine Kampagne “Stop the Violence” einsetzt.    [...mehr]


Deichkind Konzert

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Autor: Michael

Nun ist es doch passiert. Benjamin Herd musste bei DSDS die Segel streichen. In der 5. Mottoshow scheiterte der „kleine Checker“ doch am Zuschauervoting. Zwar war die Qualität der Beiträge nicht wirklich von Qualität geprägt, aber die Leistung des kleinen „Mannes“ fiel noch deutlich von den anderen Kanditen ab. Während Thomas Godoj und Fady Maalouf wieder einmal überzeugten, war Bennis Vortrag wieder einmal ….    [...mehr]


ObamamixtapeBarack Obama, einer der Anwärter auf das Amt des amerikanischen Präsidenten, befindet sich mitten im Wahlkampf für die Wahl am vierten November. Obwohl beide für die Demokraten antreten, konkurriert der erste farbige Kandidat mit realistischen Chancen auf das “mächtigste Amt der Welt” vor allem mit der ersten weiblichen Präsidentschaftskandidation Hillary Clinton. In diesem nach der Bundeswahlbehörde FEC wahrscheinlich teuersten Wahlkampfs aller Zeiten, greifen die Kandidierenden auch auf ungewöhnliche Mittel zurück. Barack Obama hat sich nicht nur das Rauchen abgewöhnt, sondern jetzt zusammen mit dem Hip Hopper DJ Green Lantern auch ein Mixtape mit dem kämpferischen Titel “Yes we can!” veröffentlicht. Einige der Tracks können jetzt umsonst über das Internet heruntergeladen werden. Der Rapper, der schon über seine MySpace-Seite den Track “We Need Barak” veröffentlichte stellte das Mixtape angeblich gemeinsam mit dem Präsdentschaftskandidaten und Russel Simmons, dem Mitbegründer von Def Jam, zusammen.
Anders als in Europa, wo sich politischer Hip Hop häufig völlig gegen etablierte Politik richtet, scheint es in Amerika möglich zu sein, sich innerhalb der Szene am Wahlkampf zu beteiligen, ohne das Gesicht zu verlieren. Denn der Support für Obama aus der Hip Hop-Community beschränkt sich aber nicht allein auf DJ Green Lantern. Erst kürzlich durfte Obama einen kurzen Part für das Album des ehemaligen A Tribe Called Quest-Rappers Q-Tip einsprechen und auch Will.I.Am von den Black Eyed Peas veröffentlichte zwei Tracks für Obama.    [...mehr]


Duffy wikipedia©Jim Porter

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Die englische Electro-Pop-Band The Whip ist längst kein Geheimtipp mehr. Die 2006 von Danny Saville, Lil Fee, Nathan Sudders und Bruce Carter in Manchester gegründete Band ist dabei, sich aus dem Dasein als kleine Indieband herauszuarbeiten. Im Gründungsjahr veröffentlichten sie lediglich die beiden Singles “Frustration” und “Trash” – wobei letzteres übberraschend zum einpeitschenden Indie-Hit avancierte, der weit über Manchester hinaus begeisterte Hörer fand. Nachdem 2007 wieder nur Singles herauskamen, wovon eine immerhin auf einer Compilation des gehypten französischen Electro-Labels Kitsuné landete, ist jetzt endlich auch das erste Album “X Marks Destination” erschienen.
The Whip gehören zu den typischen Vertretern einer Musiker-Generation, die nicht mehr über den großen Plattenvertrag, sondern über Internet-Seiten wie MySpace erfolgreiche Stars werden. The Whip selbst beschreiben sich als “robocop. part man-part machine”, worunter man sich eine Mischung aus den besten Momenten von New Order, Justice und Zoot Woman vorstellen kann: poppige Melodien, die ins Ohr gehen, mit tanzbaren beats, die in die beine gehen – der Retro-Synthie-Sound, der dem Zeitgeist entspricht.    [...mehr]


“The Wedding Present” haben nach drei Jahren ihr neues Album “El Rey” angekündigt – eine Seltenheit bei den britischen Indierockern.
In den 80er Jahren schafften es die Alternativ-Künstler um den Sänger David Gedge sich einen Namen mit simplen und dabei charmanten kleinen Songs zu machen, unter denen sich laut der britischen Radiolegende John Peel einige der besten Liebeslieder der Rockgeschichte befinden sollen. “The Wedding Present” waren eine der wenigen Bands, die nachdem sie als unabhängiger Indie-Act gestartet hatten, sich auch auf einem Major-Label ihre künstlerische Integrität bewahren konnten.
Obwohl sie zu Beginn der Neunziger sogar ins Guinness-Buch der Rekorde kamen, indem sie über ein Jahr lang jeden Monat eine neue Single veröffentlichten, waren sie mit der Veröffentlichung von Alben etwas geruhsamer: in über zwanzig Jahren brachten sie es nur auf knapp neun vollständige Alben. Es ist also eine kleine Sensation wenn jetzt eine neue Platte angekündigt wird.
Fraglich ist aber, ob die heutige Pop-Welt noch auf solch kleine Sensationen von mittlerweile verblühten Indie-Helden reagiert oder ob “The Wedding Present” nicht zu spät kommen, um noch vom Retro-Revival rund um die Achtziger zu profitieren. Einige treue Fans werden das Album sicherlich ungeduldig erwarten – nicht zuletzt auch deshalb, weil es von der Studiolegende Steve Albini produziert wurde, der in Indie-Kreisen als Garant für Qualität gelten kann. Ende Mai wird “El Rey” erscheinen, dann wird sich zeigen ob es sich gelohnt hat über drei Jahre zu warten.    [...mehr]


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