Musicattack
Über Charts, Newcomer, Evergreens und alles was laut ist
Beiträge vom: November, 2008
Seit 1973 werden die American Music Awards verliehen. Als einer der drei großen Preise der amerikanischen Musikbranche bieten sie immer wieder Überraschungen.
Anders als beispielsweise die Grammys werden die American Music Awards (AMAs) nicht von Vertretern der Musikindustrie gewählt, sondern von den Käufern selbst. Das führt dazu, dass das Publikum die Wahl der Preisträger besser nachvollziehen kann, aber auch, dass weniger die Qualität oder Originalität, dafür aber mehr die Popularität der ausgezeichneten Stars im Vordergrund steht.
Dieses Jahr fand die Verleihung am 23. November statt und wieder trafen sich eine Menge Popstars um Preise zu präsentieren, Preise zu erhalten und zwischen den Verleihungen aufzutreten. In der ersten Kategorie tummelten sich illustre Personen wie Paris Hilton, Steven Tyler und Aretha Franklin, die Auftritte reichten von den Pussycat Dolls und Pink bis hin zu Annie Lennox und Coldplay.
Die Preisträger konnten dieses Mal nicht unterschiedlicher sein: Während Rihanna und Kanye West aufgrund ihrer derzeitigen Popularität kaum für Verblüffung sorgten, ist das Album des Jahres schon etwas aussergewöhnlich: Alvin and the Chipmunks, der Soundtrack zum Film über quietischige Streifenhörnchen, die bereits in den 50ern ihr Unwesen trieben.
Auch Lincoln Park und Mariah Carey nahmen die begehrte Trophäe mit nach Hause, während Annie Lennox den “Award of Merit” bekam. Der große Gewinner des Abends war allerdings Chris Brown, der gleich drei AMAs sein Eigen nennen durfte. Einen Überblick über alle Gewinner bietet die Seite des Fernsehsenders ABC, der die Show auch ausstrahlte.
Die neue Single „Greatest Day” ist im Radio schon zu hören, ab dem 21. November im Handel erhältlich. Am 28. November erscheint das neue Album „The Circus”.
1995 steigt Robbie Williams aus, ein Jahr später löst sich die Band Take That komplett auf. 2005 kommt dann das Comeback von vier Gründungsmitgliedern mit dem Album „Beautiful World“, das mit Gold und Platin ausgezeichnet wird
Die Single „Greatest Day“ wurde von Mark Owen, Jason Orange, Howard Donald und Gary Barlow geschrieben, Produzent war John Shanks. Das Video zu „Greatest Day“ wurde auf einem 60-stöckigen Haus in Downtown Los Angeles gedreht. Regisseur Meiert Avis ist unter anderem bekannt für seine Arbeit mit U2, Bob Dylan, Damian Rice, sowie Bruce Springsteen.
Alle Schauspieler müssen selbst singen, so auch Johnny Depp, eine gewagte Inszenierung und ein voller Erfolg.
„Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“, eine US-amerikanische Verfilmung durch Tim Burton, als Vorlage dient das Broadway-Musical von Stephen Sondheim. Inspiration für die Musik des Stückes findet Stephen Sondheim bei Bernard Herrmann, der auch die Musik zum Klassiker „Psycho“ schrieb.
Die Musik zu Sweeney Todd ist entsprechend der makabren Verfilmung extrem düster und schräg. Hat aber genauso eingängige und fesselnde Melodien zu bieten. In dem Song “No Place In London”, einer Art Sprechgesang zeigt Depp eine fantastische stimmliche Leistung, während sein melodiöser Gesang in “My Friend” einer der Höhepunkte des Soundtracks ist.
Ohne jede Werbung oder einen Plattenvertrag wird Colbie Caillat, US-amerikanische Singer-Songwriterin über My Space berühmt. Der bekannte Song „Bubbly“ der heute gerade mal 23-jährigen Newcomerin wird über zehn Millionen mal angeklickt. Ihre Folk-Songs kennt inzwischen jeder aus dem Radio, sie entwickelt sich schnell zur erfolgreichsten Künstlerin ohne Plattenvertrag.
Die Zahl ihrer Fans bei My Space beläuft sich im Oktober 2006 auf über 6000 und steigt auf über 100.000 an. Es folgt der Plattenvertrag und 2007 erscheint ihr erfolgreiches Album „Coco“, ihr eigener Spitzname aus ihrer Kindheit. Colbies Vater war kein geringerer als Ken Caillat, einer der Produzenten von Fleetwood Macs Meilenstein der Musik „Rumour“. An entspannten Gute-Laune-Songs mangelt es auf diesem Album nicht, verglichen wird die Ausdrucksstärke ihrer Stimme und der Stil bereits mit Größen wie Norah Jones und Jack Johnson. [...mehr]
Weltschmerz präsentiert sich in neuem Gewand: Anne Clark, Ikone des Dark bzw. New Wave hat im September ihr neues Album “The Smallest Act of Kindness” veröffentlicht und tourt auch durch Deutschland.
Mit den Songs “Our Darkness” und “Sleeper in Metropolis” hat Anne Clark 1984 Meilensteine der elektronischen Musik geschaffen. Die Künstlerin singt ihre Lieder nicht, sie spricht die Texte wie vorgetragene Poesie, während die Musik zumeist vom Synthesizer kommt. Das düstere Lebensgefühl der Dark Wave hatte so in den 80ern einen eindringlichen Ausdruck bekommen und Anne Clark gesellte sich zu so populären Musikern wie Depeche Mode, Siouxsie and the Banshees oder Yazoo.
Jetzt hat die Künstlerin ihr elftes Studioalbum veröffentlicht und beeindruckt ihre Fans wieder einmal mit tragenden Stücken und leidenden Texten. Die Elektronik spielt auch nach all den Jahren eine gewichtige Rolle in Anne Clarks Musik, doch hat sie sich mittlerweile auch anderen Stilen geöffnet, so dass auf “The Smallest Act of Kindness” auch akustische Klänge zu überzeugen wissen.
Seit Ende der 80er touren die drei Göttinger Musiker über die Kleinkunstbühnen der Republik und heimsen still und heimlich alle verfügbaren Preise ein und bleiben der ewige Geheimtipp. Und das scheint genau zu sein, was sie wollen!
Texte aus dem Leben gegriffen und Melodeien, die ins Ohr gehen, bestimmen die Lieder von Ganz Schön Feist. Live werden diese mit Witz und Charme größtenteils a capella vorgetragen. Es ist gerade die sachte ironisierende Stimme des Leadsängers Mathias Zeh (C.) zu teilweise bösen und entlarvenden Zeilen, die den Reiz der Band ausmacht. Unterstützt wird er von Rainer Schacht und seit 2004 Christoph Jess, die beide gerne einen Kontrapunkt zum sanften Säuseln C.s setzen. Ansagen, die das Publikum mit einbeziehen runden einen Abend mit den Feisten ab.
Auch wenn sie sich auf kleinen, intimen Bühnen wohler zu fühlen scheinen, wurde das Gesangstrio 1998 in der Harald-Schmidt-Show vorgestellt einem breiteren Publikum vorgestellt, wo sie ihr quasi-Liebeslied “Du willst immer nur…” vortrugen, wodurch die Verkäufe der Single und des zugehörigen Albums “Gänseblümchen” anzogen. Mit zunehmenden Erfolg wurden auch die Platten von Ganz Schön Feist immer aufwändiger, Live wurde dagegen weiterhin a capella gesungen. Mit dem im letzten Jahr veröffentlichten neunten Album wenden sich die drei wieder ihren Wurzeln zu und bleiben doch innovativ: “Aphrodisiakum” ist ein Live-Album mit ausschließlich neuen, unveröffentlichten Liedern. [...mehr]
Rapper Bushido und Möchtegern-Komiker Oliver Pocher haben sich jetzt zusammen getan, um gemeinsam jenes Klientel auf die Schippe zu nehmen, zu denen sie eigentlich selbst gehören. Hätte vielleicht ein schönes Werk der Musik werden können, hätte man ein wenig mehr Humor bewiesen, so ist Wunsch Vater des Gedanken gewesen.
Insbesondere die Seitenhiebe auf Mark Medlock, der Pocher auf der Comet-Verleihung für seine Schwulen-Parodien kritisiert hatte, zeugen von wenig Klasse und Stil. Selbst die Passagen auf Lady Bitch Ray, die Pocher in seiner Abendshow regelrecht vorgeführt hatte, können nicht wirklich überzeugen. Zudem wird die Rolle von Bushido nicht wirklich klar, manchmal wirkt es nur so, als wenn er seinen Namen für das Projekt vergeben hat.
Nun, wer es bis jetzt nicht sehen konnte, hier ein Ausschnitt aus dem gestrigen Fernsehauftritt der beiden „Künstler“.
Neun Jahre ist es nun her, dass Didos erstes Album „No Angel“ auf den Markt kam. Die ersten Schritte der vierfachen Brit-Award-Gewinnerin waren mühsam, bis „No Angel“ zur bestverkauften Platte wurde und Dido zum Weltstar. Am 14. November erscheint nach fünf Jahren endlich ihr drittes Album „Safe Trip Home“.
Ehrlich, emotional und ein bisschen traurig – so klingt das neue Werk der 36jährigen Sängerin und Songwriterin aus dem Norden Londons. Dabei begegnet man einem vertrauten Mix aus Pop, Folk und Dance sowie kleinen Geschichten, die das Leben schreibt. Anders als bei ihrem zweiten Album „Life for rent“, dem Nachfolger ihres Welterfolges „No Angels“, sah sie sich nicht dem Druck ausgesetzt, möglichst schnell neue Songs zu schreiben. Sie nahm sich Zeit, neue Wege zu gehen, zu experimentieren und sich als Musikerin weiterzuentwickeln. Statt sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, besuchte sie Musikkurse um mehr über die Produktionstechniken zu lernen.
Schließlich zog sie nach Los Angeles, um dort mit dem Produzenten Jon Brion zusammen zu arbeiten, den sie bereits in London getroffen hat. Er ermutigte Dido dazu, die meisten Instrumente, vor allem Klavier, Gitarre und Flöte, selber einzuspielen. Doch hört man sie zum Beispiel bei „Quiet Times“ auch an den Drums.
Einige Stücke nahm sie bei sich zu Hause am Küchentisch mit ihrem Laptop auf. So hört man an manchen Stellen den Regen im Hintergrund prasseln oder den Nachbarn ein Loch bohren.
„Safe Trip Home“ ist das Werk einer gereiften Künstlerin, die Freude an der Musik tritt deutlich hervor. Es ist nur schwer vorstellbar, dass es nicht auch die Hörer berühren wird. [...mehr]
Kraftvoll, träumerisch, ein bisschen morbide, mit wunderschönen Melodien und einer ans Herz gehenden Geschichte präsentiert sich das Konzeptalbum “La Mécanique du Coeur” der französischen Band Dionysos.
Hierzulande kaum bekannt, sind die Musiker um den Sänger und Songschreiber Mathias Malzieu im Nachbarland Frankreich spätestens seit ihrer Single “Coccinelle” aus dem Jahr 1999 Megastars. Größtenteils auf französisch mit immer wieder eingestreuten englischen Texten, besingen sie merkwürdige, schrullige und auch unsinnige Situationen und Charaktere, vergessen dabei aber nie ihre Hörer mit ins Ohr gehenden Melodien zu beglücken.
“La Mécanique du Coeur” (zu Deutsch etwa: Die Mechanik des Herzens oder Das mechanische Herz) ist ihr neuestes Album, das bereits im November 2007 in Frankreich erschien. Die Geschichte dieses Konzeptalbums bewegt sich durch eine surreale und doch romantische Welt, die an Tim Burtons Filme “The Nightmare Before Christmas” und “The Corpse Bride” erinnert und deren Stop-Motion-Animation im Video zur ersten Single-Auskopplung “Tais Toi Mon Coeur” ebenfalls Anwendung findet. Die Story folgt dem Jungen Little Jack, der am kältesten Tag der Welt mit einem gefrorenen Herzen geboren wird und dem daher anstelle dessen eine Kuckucksuhr eingebaut wird. Damit diese nicht explodiert, darf er die Zeiger nie berühren, sich nicht aufregen und vor allem sich niemals verlieben. Natürlich geschieht eben dieses und das Unheil nimmt seinen Lauf… [...mehr]
Egal ob gehauchte Frauenstimmen oder brutale Raptexte, die französische Musikwelt ist vielseitig. Unter dem Namen FRENCH CONNECTION haben sich einige Künstler aus Frankreich verbunden. Jazz, Elektro und Hip Hop sind nur einige Genre, die French Connection bedient. Ich habe bei ihnen sogar Alizée wieder gefunden.





