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Musicattack

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Das französische Duo Justice ist massiv in die Kritik geraten – ihr neues Video, das eine randalierende Gruppe aus den Pariser Banlieues in Aktion begleitet gilt als geschmacklos und gewaltverherrlichend. Der programmatische Titel des Stückes “Stress” fällt nun auf die Band selbst zurück – denn Justice haben Stress mit der französischen Öffentlichkeit.
Der Schock der ausgearteten Krawalle von 2005 in den Banlieues sitzt der französischen Gesellschaft immer noch in den Knochen – die Jugendlichen aus dem Unterschichtenmilieu in den sozial prekären Vororten der Hauptstadt hatten das staatliche Gewaltmonopol massiv in Frage gestellt und waren außer Kontrolle geraten.
Dies hat nun das französiche Dance-Pop-Duo Justice genutzt um durch ihr aktuelles Video in die öffentliche Diskussion zu kommen. Nachdem der letztjährige Hype um Dance-Bands wie Digitalism, Justice oder Daft Punk wie eine Blase zu platzen drohte, hat sich das Duo jetzt wieder gekonnt in Szene gesetzt. Das Video, das unkommentierte Gewalt gegen Unschuldige, gegen Polizisten und wehrlos am Boden liegende zeigt, in dem Frauen in der Metro belästigt werden und Autos in Brand gesetzt werden schockiert den Betrachter. Die Jugendlichen haben dabei sogar ein großes Kreuz, das Logo von Justice, auf ihren Jacken, womit diese Gewalt gegen Wehrlose nicht nur nicht expliziert kritisiert, sondern auch noch positiv mit der Band identifiziert wird. Zwar weigern sich sämtliche TV-Stationen das Video (zumindest tagsüber) auszustrahlen, doch der Skandal stellt einen weit höheren PR-Faktor für Justice dar. Ist das Video also ein geschmacklose und plumbe Werbestrategie?
Auf den zweiten Blick wird die kritiklose Gewaltverherrlichung aber in Frage gestellt – die Jugendlichen zertreten das Radio im gestohlenen Auto, wenn der für den letzten großen Hit von Justice “D.A.N.C.E.” gesampelte Kinderchor erklingt. Damit trifft die Gewalt auch Justice selbst. Am Ende des Videos liegt selbst das Kamerateam bespuckt und getreten am Boden und mit der Kamera wird in gewisser Weise auch der Zuschauer zum Opfer, der sich bis dahin unbeteiligt und schaulustig die Gewaltexzesse anschauen konnte.
So oder so, das Video stellt eine Provokation dar und sollte auf keinen Fall kritiklos stehen bleiben.    [...mehr]


Bei Moby gibt es nur zwei Meinungen, entweder man mag ihn oder eben nicht. Sein provozierendes Auftreten lässt keine Meinung keine Zwischenmeinung zu und das er damit sich manchmal den Zorn seiner Kollegen zuzieht, scheint dem unscheinbar wirkenden Künstler ziemlich egal zu sein.

Jetzt hat der 42jährige Musik- und TV-Star wieder ein neues Album produziert, dass wieder für Diskussionsstoff sorgen wird. Allein schon das Video zu „Disco Lies“ ist wieder ein künstlerische Provokation, ein Statement gegen die Fleischindustrie. Der überzeugte Vegetarier Moby lässt ein Huhn in Menschengestalt Jagd auf einen Hühnerfabrikanten machen, der am Ende des Videos regelrecht abgeschlachtet wird. Die Kleidung des Huhnes erinnert dabei unheimlich an einen Mafiosi einer Low-Budget Fernsehserie, was sicherlich auch gewollt zu sein scheint.

“Ich finde es wichtig, über Verantwortung nachzudenken. Jeder Mensch trägt die Verantwortung über sein eigenes Tun und Lassen. Und Hühner haben auch Gefühle. Die Hühner in den Legebatterien – sie leiden.”, äußerte Moby gegenüber MTV. Weiter meinte er: „Ich verzichte nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auf alle tierischen Produkte, auf Eier, Milch, Käse. Selbst wenn es weh tut”

Ob das Video allerdings zum allgemeinen Wachrütteln beiträgt, darf eher bezweifelt. Vielmehr werden viele Zuschauer verwirrt mit den Köpfen schütteln und dies als Geringfügigkeit abtun, weil es gerade Mode ist, darüber zu reden. Damit hätte Moby seinem Image wieder Genüge getan, denn wirklich ernst genommen wird er selten. Die Platte selbst ist hörenswert, wird von der breiten Masse aber vermutlich eher ignoriert werden.

Sorry Moby, in Zeiten von DSDS und Benni Herd hat dieses Album keine Chance in Deutschland.    [...mehr]


Miss Kittin ©Tufttronic10000

Einst war man in Berlin so stolz, dass die berühmte Djane die Spreemetropole ihr Zuhause nannte, doch der ganze Stress und die ständige Buchung als DJ irgendwo in der Stadt hielt die Produzentin von ihrer Arbeit im Studio ab.

Nun, nach ihrer Rückkehr in ihre französische Heimat hat sie ausreichend Kraft zu sammeln, um mit „BatBox“ ein neues Album zu produzieren. Das aufstrebende Berlin, welches zunächst so unbekannt, kreativ und voller Emotionen war, wurde für Miss Kittin zur Belastung. In Paris hat sie die nötige Ruhe gefunden, um ihre ganze Kreativität in das neue Album zu stecken und mit der Vergangenheit abzuschließen. Die inzwischen 34jährige lief in die Gefahr, vor lauter Arbeit die Klarheit für ihre eigentliche Arbeit einzubüßen. In „BatBox“ hat sie das eigentlich schöne Kapitel Berlin zum Teil verarbeitet und freut sich auf die neue Zeit an der Seine.

Miss Kittin, deren bürgerliche Name Caroline Hervé lautet, ist 1973 in Grenoble geboren und konnte schon in jungen Jahren mit ihren Produktionen Aufmerksamkeit erringen. Dem deutschen Charthörer dürfte Miss Kittin aber weitestgehend verborgen geblieben sein, im Gegensatz zur Elektroszene in Deutschland. Mit Protagonisten wie Sven Väth oder The Hacker eroberte die junge Französin recht schnell einen Platz unter den Top-DJs. „BatBox“ ist inzwischen das elfte Album von Miss Kittin, wobei man natürlich beachten muss, dass es Jahre wie 2001 gab, wo allein vier Alben veröffentlicht wurden und sie sich ausschließlich der Studioarbeit gewidmet hat.

„BatBox“ wurde in der erstmaligen Zusammenarbeit mit Starproduzent Pascal Gabriel erstellt, der unter anderem schon für Kylie Minogue oder Erasure gearbeitet hat. Der coole Sprechgesang von Miss Kittin wird dank flirtender Electro- und Technosounds noch besser hervorgehoben. Insgesamt erscheint das Album auch wesentlich Massentauglicher als ihre bisherigen Arbeiten, was aber nicht unbedingt ein Qualitätsmangel gewesen war. Wem also der Sound der berühmten Djane bisher zusagte, wird mit „BatBox“ eine noch gelungenere Arbeit finden.



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