The End – so lautet der Titel des Openers der neuen Platte. Ist mit Come Around Sundown etwa das Ende der King Of Leon gekommen? Nach dem Reinhören kann man beruhigend feststellen – nein, soweit ist es noch lange nicht.

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Der Ausgangspunkt für das neue Album Come Around Sundown hätte schwieriger nicht sein können: Mit der letzten Platte Only By The Night haben sich ja die Followill-Jungs von ihrem vorher so charakteristischen Southern-Sound verabschiedet und prompt schossen sie die Karriereleiter bis ganz nach oben. 6 Millionen verkaufte Exemplare – da ist der Erfolgsdruck nicht mehr nur zaghaft, unterschwellig vorhanden, sondern kommt mit dem Vorschlaghammer um die Ecke.

Nach den ersten Minuten ist die Richtung der neuen Platte schnell erkennbar. Der Southern-Sound wurde tatsächlich hinter sich gelassen. Wie beim Vorgänger tragen Caleb und Co. mit fetten Gitarrenflächen richtig dick auf. Da ist nix mehr mit einfachem Rock á la Aha Shake Heartbreak, der die Jungs aus Tennessee doch so sympathisch machte. All die Ecken und Kanten, die den Kings Of Leon-Sound vorher ausmachten, sucht man auf dem neuen Werk vergebens – ganz klar eine Weiterführung von Only By The Nights. Wer aber auf dicke Gitarrensounds und unendlicher Emotion steht, wird mit dem neuen Album sehr wohl glücklich.

Dennoch hat das Werk so einige Schwächen. Songs wie Pyro, Mary oder The Face plätschern zu belanglos, fast eintönig, dahin. Nach diesen eher weniger gut gelungenen Songs reißen es die nächsten zwei wieder raus. Das erste Highlight des Albums ist ganz klar die schon bekannte Single Radioactive. Und dann folgt ein richtiger Schmankerl: In The Immortals zeigen KOL was sie wirklich drauf haben. Die eingängige Basslinie verbindet sich mit einem ungewöhnlichen Beat, die dann zum Knaller, nämlich dem Chorus, hinleiten um zu explodieren. Großes Kino! Leider viel zu selten.

Viel zu oft scheinen die Kings Of Leon nur noch Millimeter von Kitsch und Jammern entfernt zu sein. Schlussendlich bekommen sie zwar noich geradeso die Kurve, doch wird Come Around Sundown, wie auch der Vorgänger die Fangemeinde spalten.

Fans, die KOL schon vor Jahren für sich entdeckt haben, werden wieder einmal vom fehlenden Southern-Sound enttäuscht sein. Diese Fraktion wird mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass es verdammt schade ist, dass KOL nun klingt, wie fast jede andere Indie-Band. Andere, die erst durch Sex on Fire auf KOL aufmerksam wurden, werden das Album lieben, denn es führt den Stil weiter, den die Jungs mit Only By The Nights eingeschlagen haben. Daher wird der Erfolg wohl auch mit Come Around Sundown nicht ausbleiben – damit rückt das Ende von den Kings Of Leon in weite ferne! Zum Glück!