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Das neue Album “Hard Candy” von Madonna ist angekündigt und die bereits veröffentlichte Single ”4 Minutes” lässt durchaus die Vermutung zu, dass ihr Album um ein weiteres Mal avanciertesten Pop bieten wird – aus dessen Oberliga lässt sich Madonna nicht verdrängen. War ihr letzter Hit „Hung Up“ noch an ABBA orientierter Electro-Pop, so klingt das neue Duo mit Justin Timberlake eher nach dessen typischem R’n’B-Sound.

Nun hat dann auch die leidige Diskussion wieder begonnen, die mit jedem Lebenszeichen der Diva verbunden ist – die Frage von zunehmendem Alter und kaschierender Performance. Ausgerechnet 50 ist sie dieses Jahr und gibt sich im Duett mit Justin Timberlake dennoch mit der Arrogannz, die nur der Jugend zusteht. Die vom demographischen Wandel ernüchterte Öffentlichkeit kommt in ihrem Neid darauf, dass Popstars eben nicht wie Normalsterbliche altern müssen, nicht umhin, dies “peinlich” zu finden. Das Gegenteil ist der Fall – der peinlichste und unangenehmste Moment von Madonnas Karriere war der, an dem sie die Diktaroren-Gattin Evita Perón mimte – von solch gesetzter Mütterlichkeit hält sie sich in Zukunft hoffentlich fern.
Wen kümmert es ob ihre Jugendlichkeit die Folge von Yoga, Buttermilch oder digitaler Retusche ist – es ist schlicht zu akzeptieren, dass selbst eine Madonna in der Midlife-Crisis die besseren Hits produziert. Es ist auf jeden Fall noch lange nicht Zeit, mit übergroßer Sonnenbrille in die kamerafeindliche Diven-Rente zu gehen.