Jarle, ein Name, der wie Schokolade auf der Zunge zergeht, der junge Mann hat außerdem eine Stimme, die wie Honig klingt, darüber hinaus glänzt er bei seinen Auftritten mit massenweise Charme. Ein Rundumpaket, könnte man sagen.

 

Dass er vorher in einer waschechten Rockband gespielt hat, traut man dem jungen Mann gar nicht zu, von 2000 bis 2005 war die elektrische Gitarre ständiges Begleitinstrument zu seiner Soulstimme, außerdem noch ein Haufen Altrock-Geschrammel. Nach der Trennung von „Span“ dauerte es ein paar Jahre, aber 2008 brachte er dann sein erstes Soloalbum heraus, „Ceramic City Chronicles“ überraschte sicher viele seiner Span-Fans, aber wenn wir ehrlich sind, passt der smoothe, funkige Soul viel eher zu seiner Stimme, zumal der Mann auch weiß, wie man einen Song schreibt, der im Kopf hängen bleibt, was man von Span nicht wirklich sagen konnte…

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Bernhoft: Musikkünstler mit Loop Technik

Mit seiner Mischung aus Loop-Techniken, Gitarre und seiner Stimme kreiert Jarle entspannte Songs, die wirklich Spaß machen und mal an Paolo Nutini, mal an die poppige Seite von Jamie Lidell erinnern. Sein aktuelles Album „Solidarity Breaks“ hat er ohne Band produziert, nachdem er das Debüt mit Band aufnahm und danach live ohne ausprobierte (auch der finanziellen Seite des Tourens geschuldet). Dies war sicherlich einer der Hauptimpulse für die Loop-Technik, die er auf seinen Konzerten anwendet und die für einen vollen, komplexen Sound sorgt. Wie aus Songs, die ursprünglich für eine Band geschrieben wurden, Solosongs werden, konnte man sich übrigens auch auf seinem Live-Album „1:Man 2:Band“ anhören.

 

Während „Ceramic City Chronicles“ noch stark an die 60er anlehnte, soll es auf „Solidarity Breaks“ etwas gelöster von bestimmten Jahrzehnten zugehen, allerdings nannte Jarle unter Anderem Nik Kershaw als Richtlinie, eine mehr als ambitionierte Inspiration, denn auch wenn die meisten den Songwriter nur aus den 80ern kennen, Nik ist immer noch ein hervorragender Musiker und ein Genie an der Gitarre.

Der norwegische Songwriter wird langsam entdeckt

Zurück zu Jarle, der zieht gerade weltweit seine Runden. Allgemein für musikalische Internetfunde bekannt, lud ihn erst kürzlich Ellen in ihre Show ein, wo er „C’mon Talk“ spielte, ein sehr smoother Song im Stil von John Legend, den es ab dem 9.12. auch als Single erhältlich gibt. Anlässlich der Veröffentlichung wird er Deutschland auch erneut besuchen, nach seinem proppenvollen Konzert im Berliner Frannz Club wird er am 13.12. bei Harald Schmidt auftreten und danach hoffen wir natürlich, dass er 2012 noch einmal quer durch das Land tourt.

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Live sollte man sich Jarle Bernhoft nämlich nicht entgehen lassen, zwar sitzt er völlig alleine auf der Bühne, dafür unterhält er mit Anekdoten in gebrochenem Deutsch, improvisierten, gesungenen Pausenfüllern, wenn er seine Gitarre stimmen muss, und einigen Coversongs, die allgemeines Mitsingen nach sich ziehen. Ich lüge nicht, die Luft brannte, als er Tears For Fears‘ „Shout“ in eine Prince-Nummer verwandelte:

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