Am vergangenen Donnerstag präsentierte Singer-Songwriterin Laura Gibson ihr neues Album „La Grande“ im Grünen Salon der Volksbühne Berlin. Wir waren live dabei.

 

Nomen est Omen – der Name ist bei Laura Gibson Programm. Wer mit dem Nachnamen Gibson gesegnet ist und sich dann auch noch eben selbigem Instrument widmet, dem Orville Gibson einst seinen Namen lieh, der hat von Grunde auf erst einmal alles richtig gemacht. Was Laura Gibson aber noch viel mehr auszeichnet als ihr Gitarrenspiel, ist aber wohl ihre einzigartige Stimme, die vor allem für die Ausübung von Country und Folk wie geschaffen scheint. Eher tief gelagert, warm, den Ton mehr im Hals als in der Nase bildend, weiß Laura Gibson ihre Stimme ganz gezielt einzusetzen, um einen damit einzufangen und in ihre Welt zu entführen.

Beim Konzert im Grünen Salon der Volksbühne Berlin beeindruckte vor allem das harmonische Nebeneinander von akustischen Elementen, wie Gitarre, Klanghölzer etc. und elektronischen Gestaltungsmitteln, wie z.B. das Slide-Guitar-Spiel, bei dem charakteristische Klangfarben erzeugt werden, wie sie aus dem Blues oder anderen folkloristischen Stilrichtungen (wie der hawaiianischen Volksmusik) bekannt sind, oder das Singen durch ein zweites Mikrofon, das den Klang der Stimme in eine Zeit zurückversetzt, in der knisternde Plattenspieler Teil des alltäglichen Musikgenusses waren.

 

An diesem Abend erklangen hauptsächlich Songs vom im Januar erschienenen dritten Soloalbum der Songwriterin aus dem US-Bundesstaat Oregon, wie der durchaus Ohrwurm taugliche Titelsong „La Grande“ oder das gefühlvolle „Milk-Heavy, Pollen-Eyed“. Laura Gibson selbst präsentierte sich in Bestform und umgab sich mit einem hervorragenden Musikerensemble.

Schade nur, dass einige der anwesenden Gäste die künstlerische Leistung von Frau Gibson scheinbar nicht so Recht zu schätzen wussten und sich während des gesamten Konzertes lautstark unterhielten. Dies tat der musikalischen Leistung der US-Amerikanerin zwar keinen Abbruch, machte es gerade im hinteren Bereich der Location allerdings schwer sich voll und ganz der wundervollen Musik hinzugeben. Also Leute: wer quatschen will, bleibt beim nächsten Mal lieber zu Hause oder sucht sich eine nette Kneipe! Live-Musik ist schließlich zum Zuhören da!

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Fotoquelle: Thinkstock, 468951640, iStock, Esperanza33