Endlich – die smarten Franzosen von Phoenix sind wieder am Start! Mit ihrem neuen Album „Wolfgang Amadeus Phoenix“, welches morgen (22. Mai) in die Läden kommt, werden sie die Indie-Pop-Kultur wohl um eine weitere tolle Platte bereichern. Allein ihre erste Singleauskopplung „Lisztomania“ kommt schon wieder so leicht daher geschwebt – macht einfach Lust auf mehr!

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Bei französischen Musikern denkt man ja eigentlich sofort an Electro. Doch Phoenix hat schon längst bewiesen, dass Franzosen nicht nur gute elektronische Musik fabrizieren, sondern wunderbaren Pop aus dem Nähkästchen zaubern können – und das Ganze sogar auf Englisch! Respekt!

Schon mit ihrem Debütalbum „United“ vor neun Jahren, wurden sie von Kritikern in den Himmel gehoben. Den Klassikern „Everything Is Everything“ oder „Run Run Run“ aus der Nachfolgeplatte  „Alphabetical“ 2004 konnte sich schließlich keiner mehr entziehen. Da hat es auch mich erwischt – ich habe die Songs immer noch auf einem alten Mix-Tape!

Der Sound von Phoenix zeichnet sich vor allem durch seine Vielfältigkeit aus, die trotz allem leicht verdaulich bleibt. Eine Brise folky funky Country, ein Schuss Eighties-Kitsch, dazu jeweils ein Teelöffel Electro und Gitarrensound, zum Schluss das funpoppige  Sahnehäubchen – einmal kräftig gerührt und fertig ist der Phoenix-Mix! Lecker!

Das neue Album kommt wieder so druckvoll und vielschichtig wie das epochale Debüt daher – da hört man, dass Philippe Zdar von Cassius wieder seine Finger im Spiel hatte. Auf die sonst für Phoenix typischen matten Gitarren wurde aber verzichtet. Stattdessen entschieden sich die Jungs für einen eher trockenen komprimierten Sound, der nach Dancefloor schreit. Der formale Aufbau der Platte, durch harte Schnitte strukturiert, verhindert, dass die Musik eine allzu süßliche Note erhält und zu schnell verflüchtigt. So beweisen die Jungs um Thomas Mars mal wieder ihre Stärke für nervös stolpernden Power-Pop voll auszuspielen. Selbst die etwas abgedrehten Songtexte über Franz Liszt in „Lisztomania“ oder über die Weltausstellung in Paris („1901“) tun dem keinen Abbruch. Im Gegenteil!

Also ein spleeniges Popalbum zwischen Eingängigkeit und Exzentrik – super! Normal wär ja auch langweilig! Fazit: Getreu der Anspielung im Titel lässt sich sagen – es ist ein Werk geworden!

Als Schmankerl obendrauf – hier einige Gigs, bei denen du dich von dem Können der Franzosen selbst überzeugen kannst:

22. Mai – Kurzkonzert Dussmann das KulturKaufhaus GmbH, Berlin

23.Mai – T-Mobile Electronics Beats Festival, E-Werk, Köln

6. Juni – Rock Am Ring Festival

7. Juni – Rock Im Park Festival

18. Juli – Melt! Festival