Am vergangenen Donnerstag fand im Rahmen der Berlin Music Week die radioeins Nacht im C-Club und im Crystal statt. Insgesamt standen 7 Bands auf den Bühnen des rbb. Musicattack war live dabei…

Pünktlich um 19 Uhr eröffneten am Donnerstagabend New Found Land die radioeins Nacht auf der Bühne des Crystal. Das schwedisch-deutsche Songwriting-Projekt um Sängerin Anna Roxenholt stimmte das Publikum gekonnt mit seinem luftig-leichten Indie-Pop auf einen ausgedehnten Konzertabend ein.

Julia Marcell bei der radioeins Nacht

Julia Marcell, die mit ihrem ebenholzfarbenen Haar und einer markanten Zahnlücke anmutet wie Vanessa Paradis in Schneewittchengewand, sorgte auf der Bühne des C-Club für das erste Highlight des Abends. Trotz einiger technischer Startschwierigkeiten, präsentierte die polnische Sängerin ihren experimentellen Elektro-Pop vom am 30. September erscheinenden zweiten Album „June“ selbstbewusst und stilsicher.

Chinawoman: Tolle Stimme, müde Show

Chinawoman übernahm das Zepter auf der Crystal-Bühne um 20.30 Uhr. Musikalisch überzeugte die russisch-kanadische Sängerin mit melodramatischen Songs, die zeitweise stark an Nancy Sinatras „Bang Bang“ erinnern ließen. Kleiner Wermutstropfen: Leider schien sie das ganze Event dermaßen zu langweilen, dass sie auf der Bühne glanzlos und unnahbar erschien. Ein wenig mehr Leidenschaft und Engagement hätte ihrem Auftritt sicher gut getan.

Hundreds: Überflieger aus Hamburg

Die Hamburger Geschwister Eva und Philipp Milner alias Hundreds ließen das Publikum im C-Club nach 21 Uhr in ihrem ausgefeilten Synthie-Pop baden. Sängerin Eva, die zunächst mystisch verhüllt die Bühne betrat, streifte ihren schützenden Kokon nach einigen Songs ab und entwickelte sich zu einem schönen Schmetterling, der anmutig über die Bühne flatterte.

Sie verzauberte das Publikum mit ihren sinnlichen Bewegungen, ihrer eleganten Silhouette und ihrer natürlich liebenswürdigen Art. Alles in allem präsentierten Hundreds ein Gesamtkunstwerk aus elektronischen Klängen, perkussiven Elementen und ästhetischer Bühnen-, sowie Lightshow. Wow!

LAING: Morgens müde, abends wach!

LAING setzten dem ohnehin schon aufgeheizten Publikum noch einmal ordentlich zu. Mit aufgemöbelten Klassikern wie „Morgens bin ich immer müde“ von Trude Herr oder „Alles nur geklaut“ von den Prinzen, einem sexy Auftreten, einer pfiffigen Choreographie und einer Prise Wortwitz hatten sie die Zuschauer schnell auf ihrer Seite.

Dear Reader: Toller Aufritt trotz kleiner Unsicherheiten

Cherilyn MacNeil alias Dear Reader war zusammen mit ihrer frisch zusammengewürfelten neuen Band die Letzte, der die Ehre zuteil wurde auf der C-Club-Bühne zu spielen. Ganz in Weiß und Glitzer gekleidet ließ sie ihrer Leidenschaft freien Lauf und präsentierte ihre emotionalen, detailverliebten Songs in ihrer vollen Pracht.

Leider war ihr und ihren Begleitern aus Schweden, Südafrika und Berlin die Unsicherheit, die eine neue Ensemblezusammenstellung mit sich bringt, zeitweise doch anzusehen, bzw. zu hören. So konnte sich die Gruppe noch nicht als homogenes Ganzes etablieren. Soundprobleme auf der Bühne und daraus resultierende Rücksprachen mit dem Tontechniker taten ihr übriges, sodass der Auftritt insgesamt zwar gut aber nicht ganz rund wirkte.

Erik and Me aus Berlin ließen den Abend im Crystal mit ihrem deutschen Indie-Pop gebührend ausklingen. Alles in allem: Ein toller Konzertabend mit überlegt ausgewählten Künstlern und vielen gutgelaunten Zuschauern. Danke, radioeins!

Weitere Fotos von der radioeins Nacht 2011 gibt’s im flickr-Fotostream.