Rubik ist der Geheimtipp des Jahres im Bereich Indie-Pop. Nachdem die vier Finnen bereits ihr Heimatland eroberten, wollen sie nun auch uns mit ihrem mittlerweile dritten Album „Solar“ vollends verzaubern.

Rubik – das sind Artturi Taira, Jussi Hietala, Samuli Pöyhönen und Sampsa Väätäinen aus der finnischen Hauptstadt Helsinki. Nach zwei bereits veröffentlichten Alben wollen sie nun auch über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus auf sich aufmerksam machen und mit ihrem dritten Komplettwerk „Solar“ die Fühler ganz weit ausstrecken. Die Band, die sich den Namen des berühmten, bunten Knobelwürfels zu Eigen machte, scheint genauso undurchschaubar und vielseitig wie das beliebte Denkspiel. Auf „Solar“ lässt das Quartett die Sonne erst aufgehen, um sich anschließend vor ihr zu flüchten und sie wieder unter dem Horizont verschwinden zu lassen.

Rubik „Solar“- eine freie Rezension

Das Album „Solar“ beginnt mit einer feierlichen Fanfare, die lauthals verkündet: „Hier folgt etwas ganz Großes!“. Nahezu unvermittelt mündet sie in den ersten Song mit dem Titel „World Around You“. Kaum sind die ersten Takte verklungen, gibt es kein Halten mehr. Die Knie geben dem treibenden Rhythmus nach, schwingen im Takt mit. Die Füße rutschen vergnügt von rechts nach links und schon blicken wir der Sonne ins strahlende Antlitz, sind geblendet von der leuchtenden Schönheit und ihrer unbändigen Kraft.

„Sun‘s Eyes“ lässt kaum vermuten, dass ein Großteil der Songs auf „Solar“ in düsteren geschlossenen 4 Wänden geschrieben und aufgenommen worden sind. Eigentlich flüchtete sich das finnische Quartett nämlich vor einem heißen Sommer in Helsinki in ein abgedunkeltes Zimmer, um seiner Kreativität fernab der schwülen Hitze freien Lauf zu lassen.

Und kreativ ist das, was auf „Solar“ zu hören ist allemal. Flirrende Glockenspiele zwischen kraftvollen Trommeln, sanften Stimmen, die Akustikgitarre stets in der Hauptrolle, komplettiert durch teils psychedelisch anmutende Klangexperimente mit elektronischem Instrumentarium – so klingt „Solar“.

Eine Backsteinmauer als Inspirationsquelle

Als besonders inspirierend beschreiben die finnischen Newcomer die Backsteinmauer im Inneren des Raumes, in dem die Aufnahmen zum Großteil stattgefunden haben. Der Kontrast zwischen leuchtend weiter Außenwelt und düster engem Innenraum schlägt sich deutlich in der Gestaltung des Albums nieder. Das Album macht eine stetige Entwicklung durch, man glaubt die Sonne nahezu auf- und langsam wieder untergehen zu hören.

„Solar“ – ein musikalisch-gestalterisches Gesamtkunstwerk

Nahezu perfekt ist Rubik außerdem die Integration von Songwriting und Albumgestaltung gelungen. Die Bilder die das Äußere des Albums ausmachen, werden durch die Musik ausgemalt, mit Farbe gefüllt. Nostalgisch zeigt das Album-Cover eine kleine Familie auf einem Bootssteg sitzend. Das Wetter scheint angenehm warm, angesichts der nackten Beine unter den kurzen Hosen. Die Gesichter sind jedoch nicht zu erahnen, eine kleine Schäfchenwolke verdeckt den Blick auf die Köpfe der Familie.

Im Inneren der Papp-Verpackung steht verheißungsvoll geschrieben: „Wave goodbye to the glory days, say hello to darkness.“ Und so entwickelt sich das Album auch musikalisch von anfänglich optimistisch, strahlenden Songs, zu ätherisch, nachdenklichen, düster anmutenden Indie-Pop-Hymnen.

Rubik: „Laws of Gravity“

Das Video zur ersten Single-Auskopplung „Laws Of Gravity“ gibt’s schon jetzt hier bei uns zu bestaunen. Wer sich nach dieser kleinen Kostprobe bereits magisch angezogen fühlt vom einfallsreichen Indie-Pop des finnischen Zauberwürfels, sollte einmal einen Blick auf die Homepage der Band werfen. Hier gibt’s einige Songs vom Album zum Probehören. „Solar“ erscheint voraussichtlich am 29.04. in Deutschland.

[youtube B9KXW0hxMtE]

Rubik Tour 2011

04.06.11 Berlin – Festsaal Kreuzberg
06.06.11 Duisburg – Café Steinbruch
08.06.11 Erfurt – FH Sommerfest