Mit dem Video zu seiner neuen Single Secret hat Seal ja den perfekten Vorreiter für sein neues Album geliefert. Dank der nackten Tatsachen, die da von ihm und seiner Angebeteten Heidi gezeigt werden, ist er zumindest in aller Munde. Aber lohnt sich auch der Rest des Albums?

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Eines muss man Seal ja echt lassen – seine wahnsinnig tolle Stimme. Da hat ihn Gott mit einem ganz besonderen Talent beschenkt. Seine Stimme berührt Herz, Seele und schmeichelt, dank seines warmen, sanften, mal auch heiseren Klangs, jedem Gehörgang.

Jetzt kommt das ABER! So wundervoll seine Stimme auch ist – seine Alben sind dennoch immer wieder enttäuschend! Stets bleibt der Eindruck zurück, dass ein begnadeter Musiker, wie Seal es ja ohne Zweifel ist, hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Man hat das Gefühl er könnte soviel mehr – traut sich aber nicht.

Stimmlich kann man ja wirklich nichts aussetzen. Seal weiß wie er seine Stimmbänder richtig einzusetzen hat, dass sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Egal, ob Stimmungs-, Dynamik- oder Tempowechsel – Seal macht alles mit und liefert dem Hörer gekonnt und ohne jegliche Anstrengung einen Ohrenschmaus.

Ein Ohrenschmaus wäre das neue Album VI: Commitment jedoch nur, wenn man nichts außer seiner Stimme hören würde. Das gesamte Werk präsentiert sich jedoch jedem – selbst Romantikern – als überladener Schmachtfetzen! Bäh! In den meisten Songs findet sich der gleiche, leider furchtbare Aufbau. Zu Beginn erklingt leicht zurückhaltend Seals Gesang, der vielversprechend seine Wirkung entfaltet. Doch dann werden immer wieder ausgelutschte, viel zu theatralische Streicherpassagen und Piano-Einsätze ausgepackt. Um dem Ganzen dann noch einen Modernen Touch aufzudrücken, erklingen hier und da elektronische Chill-Sounds. Dieses Arrangement funktioniert eher schlecht als recht! Jeder ansatzweise gut klingender Sound wird sofort, bevor er als gelungen gelten kann, mit opulenten, überladenen Zusätzen im Keim erstickt.

Der einzige Song auf VI: Commitment, bei dem es nicht ganz so übel aussieht, ist Secret. Der leichte Walzerrhythmus gibt dem ganzen Song eine locker luftige Note, so dass man fast über schnulzige Textpassagen wie  „I belong to you and you belong to me“ hinwegsehen kann. Auch Letting Go ist mit der einfachen Besetzung, die hauptsächlich von der Akustikgitarre getragen wird, ein Lichtblick. Davon gibt es aber leider zu wenige!

Fazit: Seal sollte sich vielleicht mal überlegen, sich von seinem Produzenten David Foster zu trennen oder mal eher nach dem Motte weniger ist mehr zu arbeiten. Sonst werden wohl auch noch die nächsten 20 Alben so schwulstige Pop-Schnulzen-Platten, auf denen seine Stimme als pure Verschwendung gelten kann.

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