Und schon wieder hat die Musikwelt einen bedeutenden Musiker verloren. Gestern, den 24.05.2010, ist der Bassist Paul Gray von Slipknot gestorben. Daher möchte ich an dieser Stelle kurz auf Slipknot – und damit ja auch Paul Gray – zurückblicken.

[youtube i9IixYR_p-4]

Gestern Vormittag wurde der Bassist der Band in einem Hotelzimmer in der Nähe von Des Moines tot aufgefunden. Die Polizei schließt zwar ein Verbrechen aus, dennoch wurde heute die Autopsie des Musikers anberaumt. Paul wurde gerade mal 38 Jahre alt. Er hinterlässt nicht nur eine riesige Lücke bei Slipknot, sondern ebenso eine trauernde schwangere Ehefrau. Wie es nun mit Slipknot weitergehen wird – das weiß noch keiner. Auf der Homepage der Neuner-Kombo wurde noch kein Statement abgegeben. Man gedenkt des Bassisten bisher nur mit einem Foto auf der Startseite.

Der Blick zurück

Seit 1995 sorgte die Band Slipknot nun schon für Aufruhr. Dafür sorgte nicht nur ihr aggressiver, abgedrehter und teilweise auch beängstigender Sound. Außerdem ist Nu-Metal nun mal laut und hart! Aber auch optisch wirken die Jungs immer irgendwie unheimlich. Das liegt wohl daran, dass sie sich in der Öffentlichkeit immer – egal ob in Musikvideos oder Live-Gigs – in speziellen Overalls und gruseligen Science-Fiction-Masken zeigen, die an Horrorfilme wie Halloween erinnern. Jeder Anzug hat eine Nummer, so dass die Maskenmänner bisher von 0-8 durchnummeriert waren. Der Bassist Paul Gray hatte übrigens die Nummer 2.

Im Jahr 1995 haben sie sich also gegründet und nach der ersten selbstproduzierten Platte wurden schnell große Plattenbosse auf sie aufmerksam. 1999 nahmen sie unter Roadrunner Records ihr Debüt-Album Slipknot auf. Da die Jungs ja einfach zu aggressiv und provokativ waren, mussten sie größtenteils auf Radio- und Fernsehpräsens verzichten. Das tat ihrem Erfolg aber kein Abbruch – die Platte verkaufte sich grandios. Diesen Erfolg überboten sie aber problemlos mit der zweiten Platte Iowa. Sie stürmten die britischen Album Charts und der Name Slipknot verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Aber in der Geschichte von Slipknot gibt´s nicht nur Positives zu berichten, so sorgten die Neun auch des Öfteren für Negativschlagzeilen. Dazu gehören unter anderem katastrophale Mini-Bandauftritte, bei der das Publikum frustriert und enttäuscht anschließend für Randale sorgte.

Oder nach der Tragödie von Erfurt 2002, bei der mehrere Schüler ihr Leben verloren, wurde in Slipknot der Sündenbock gesucht und nach außen hin für viele auch gefunden. Ihnen wurde unterstellt, in einem Song Schülern zu empfehlen, einfach die Lehrer abzuknallen. Dies hatte sich übrigens als totaler Blödsinn rausgestellt.

2008 erschien ja die letzte Platte der Fratzenmänner und eigentlich war für dieses Jahr auch ein weiteres Album geplant. Ob das rechtzeitig erscheint ist fragwürdig und wohl auch zweitrangig. Zunächst werden die restlichen acht Bandmitglieder von Slipknot um ihren Bandkollegen und guten Freund Paul Gray trauern.