Am vergangenen Montagabend war Norwegens wohl blauäugigster Export Sondre Lerche live im Privatclub Berlin zu erleben. Mit seiner glasklaren Stimme und seinen emotionalen Songs zog er nicht nur die weiblichen Zuschauer in seinen Bann.

Stahlblaue Augen, schneeweiße Zähne, freches Lächeln, babyzarte Haut und maximal 1,65 Meter groß – das ist Sondre Lerche. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt auf die Idee kommen, ihn am Eingang des Clubs nach seinem Ausweis zu fragen, um zu prüfen, ob der so jugendlich wirkende Norweger auch tatsächlich volljährig ist. Dabei ist er doch erwachsene 29 Jahre alt – er, der mit seinem glasklaren Falsett die Gemüter der Zuschauer erwärmt, um sich sogleich einen festen Platz im Musikliebhaberherz zu sichern.

Konzertbericht: Sondre Lerche im Privatclub Berlin 2011

Am Montagabend zeigte sich der sympathische Sänger einmal wieder dem deutschen Publikum im Berliner Privatclub und hatte die Besucher schnell auf seiner Seite. Seine impulsive Art nahezu in die Saiten seiner Gitarre zu fallen ohne dabei von der Bühne zu kippen, sein verschmitzter Blick, die netten Anekdötchen, die er zwischen den einzelnen Songs geschickt einfließen lässt – all das würde ihn schon zum Publikumsliebling des Jahres deklarieren. Aber dem ist nicht genug – der Junge kann nämlich auch singen! Und wie er das kann! Nahezu stufenlos schwingt er sich von der Brust- in die Kopfstimme. Eingängige Melodien und ausgefeilte Arrangements tun ihr übriges. Das, was dieser talentierte Norweger da macht, ist Balsam für die Seele!

Mein persönlicher Höhepunkt des Berliner Konzertes war mit einem seiner schönsten Songs über in Kettenreaktion fallende Spielsteine erreicht: „Domino“. Gegen Ende des Abends wurde diese Vorlage allerdings fast noch überboten, als Sondre Lerche eine Zugabe ganz ohne Mikrofon gab und sich dafür Unterstützung aus dem Publikum holte, das artig und wohlwollend mit einstimmte.

Ein tolles Konzert mit ganz vielen Streicheleinheiten für geschundene Seelen und Gemüter! Ein wahres Herbst-Highlight!