Musicattack

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Wigald Boning ist dem Freund des gepflegten Kalauers sicherlich ein Begriff. Nach seinen Erfolgen auf RTL und seiner Moderatoren-Tätigkeit bei Sat1 hat er sich endlich wieder der Musik zugewandt.

Mit seinem neuen Album “Jet-Set-Jazz” beweist Wigald Boning, was der Hörer bereits vor vielen Jahren vermutete, bei Bonings Zusammenarbeit mit Olli Dittrich: Man muss wirklich etwas von Musik verstehen, um so eine bescheuerte Kombo wie “Die Doofen” glaubwürdig rüberbringen zu können. Denn “Jet-Set-Jazz” ist einer reine Instrumentalplatte, die mit loungigen und jazzigen Melodien spontan überzeugen kann.

Dabei orientieren sich Bonings Songs an Melodien, die wage vertraut wirken: Ist hier nicht ein Stück aus einem James Bond Film? Erinnert mich das andere nicht an “La Boum” oder die Musik aus einem 70er Jahre Streifen mit Ingrid Steeger? Auch meint man eine Prise Burt Bacharach zu erhaschen und vielleicht sogar die eine oder andere Mike-Oldfield-Harmonie. Das soll aber nicht heißen, “Jet-Set-Jazz” sei unoriginell – im Gegenteil! Die Songs gehen ins Ohr, sie sind clever, witzig und ein wenig retro. Dabei sind sie unaufdringlich und man kann sie genauso nebenbei hören, wie sich mit ihr eingehend beschäftigen. Ein Vorgeschmack findet sich auch online.

Boning erfüllt sich nach eigener Aussage einen Jugendtraum mit diesem Album – eine Jazzplatte, die sich auch durch häufiges Hören nicht abnutzt. Und man kann mit Überzeugung feststellen, dass ihm dieses Vorhaben auch gelungen ist. “Jet-Set-Jazz” ist seit Anfang Dezember im Handel und Boning selbst geht mit seiner Band von Dezember bis Februar auf Tour in vielen deutschen Städten.



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“The Wedding Present” haben nach drei Jahren ihr neues Album “El Rey” angekündigt – eine Seltenheit bei den britischen Indierockern.
In den 80er Jahren schafften es die Alternativ-Künstler um den Sänger David Gedge sich einen Namen mit simplen und dabei charmanten kleinen Songs zu machen, unter denen sich laut der britischen Radiolegende John Peel einige der besten Liebeslieder der Rockgeschichte befinden sollen. “The Wedding Present” waren eine der wenigen Bands, die nachdem sie als unabhängiger Indie-Act gestartet hatten, sich auch auf einem Major-Label ihre künstlerische Integrität bewahren konnten.
Obwohl sie zu Beginn der Neunziger sogar ins Guinness-Buch der Rekorde kamen, indem sie über ein Jahr lang jeden Monat eine neue Single veröffentlichten, waren sie mit der Veröffentlichung von Alben etwas geruhsamer: in über zwanzig Jahren brachten sie es nur auf knapp neun vollständige Alben. Es ist also eine kleine Sensation wenn jetzt eine neue Platte angekündigt wird.
Fraglich ist aber, ob die heutige Pop-Welt noch auf solch kleine Sensationen von mittlerweile verblühten Indie-Helden reagiert oder ob “The Wedding Present” nicht zu spät kommen, um noch vom Retro-Revival rund um die Achtziger zu profitieren. Einige treue Fans werden das Album sicherlich ungeduldig erwarten – nicht zuletzt auch deshalb, weil es von der Studiolegende Steve Albini produziert wurde, der in Indie-Kreisen als Garant für Qualität gelten kann. Ende Mai wird “El Rey” erscheinen, dann wird sich zeigen ob es sich gelohnt hat über drei Jahre zu warten.    [...mehr]