The Vaccines verpassten dem Publikum im Berliner Postbahnhof am vergangenen Sonntag eine Impfung gegen Wintersmüdigkeit, schlechte Laune und Bewegungsmangel.

Das Jahr 2011 war ein gutes Jahr für The Vaccines, wenn es auch unerwartete Höhen und Tiefen bereithielt. Im März veröffentlichten Sie ihr Debütalbum „What Did You Expect From The Vaccines?“, das sogleich auf Platz 4 der UK-Albumcharts einstieg und von den Medien nahezu euphorisch gefeiert wurde.

Der britische NME bezeichnete es als ein Album, das uns daran erinnert, dass Gitarrenmusik noch immer funktioniert und bewertete es mit 8 von 10 möglichen Punkten. Auch der deutsche RollingStone betitelte die Musik der Vaccines als „Gitarren-Pop der wirklich Spaß macht“. Ende August dann der Schock: The Vaccines müssen ihre für Oktober geplante Tour absagen, weil Sänger Justin James Hayward-Young sich einer Stimmband-OP unterziehen muss.

The Vaccines im Postbahnhof Berlin – Dezember 2011

Am vergangenen Sonntag konnte das für Berlin angekündigte Konzert endlich nachgeholt werden und es sollte ein voller Erfolg werden. Frontmann Justin präsentierte sich mit gesunder, starker Stimme und die Band unterstützte ihn mit gewohnt energetischem Gitarrensound. Wer mit schlechter Laune oder mieser Stimmung gekommen war, sollte den Postbahnhof mit aufgehellter Miene wieder verlassen, denn The Vaccines hatten die passende Impfung gegen alle negativen Einflüsse im Gepäck. Grippeviren wurden beim Tanzen ausgeschwitzt, schlechte Gedanken ausgetrieben und Miesepeter überstimmt.

Schade nur, dass es so schnell schon wieder vorbei war. Nach knapp einer Stunde Konzert verließen The Vaccines nach 2 Zugaben die Bühne. Was den ein oder anderen doch verwundert haben mochte, ist eigentlich ganz plausibel. Denn die britischen Indie-Rocker haben gerade in diesem Jahr ihr erstes und bisher einziges Album veröffentlicht, das nicht mal 40 Minuten Spieldauer aufweist. Kaum ein Song ist länger als 3 Minuten, Hits wie „Wreckin’ bar (ra ra ra)“ erreichen nicht einmal die 2 Minuten Marke.

Und so kam es, wie es kommen musste: obwohl die Band auch neue Songs vorstellte, die vorher auf dem Album noch nicht zu hören gewesen waren, nahm das Konzert nach einer knappen Stunde sein jähes Ende. Kein Grund also die gute Laune, die man während des Konzertes bekommen hatte, gleich wieder zu verwerfen.

Wir jedenfalls freuen uns auf ein hoffentlich ähnlich gutes Jahr 2012 für The Vaccines (gern ohne erwähnenswerte Krankheiten der Bandmitglieder) mit umso mehr tollen neuen Songs und Live-Auftritten.

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