Patrick Wolf machte am vergangenen Montagabend im Berliner Astra seinem Namen alle Ehre. Er heulte den Mond an, gab den Paradiesvogel und sorgte für tierisch gute Stimmung – bis sich schließlich Fuchs und Wiesel auf seinen Schultern gute Nacht sagten…

Das Astra Kulturhaus in Berlin Friedrichshain wurde am vergangenen Montag von einem Wolf heimgesucht. Patrick Wolf! Und der entpuppte sich als verdammt hungriger Zeitgenosse. Ein Patrick Wolf gibt sich nämlich nicht damit zufrieden nur ein Instrument zu beherrschen oder sich auf seine bemerkenswert außergewöhnliche Stimme zu begrenzen. Nein, einem Patrick Wolf gelüstet es nach mehr! Er beherrscht sowohl das Gitarrenspiel, als auch die Keys, die Violine und die Harfe. Auf der Bühne scharrt er zudem seine treuen, ebenfalls sehr musikalischen Schäfchen um sich, die Oboe, Flöte, Saxophon, E-Geige und allerlei anderes Instrumentarium zum Klingen bringen.

Konzertbericht: Patrick Wolf im Berliner Astra Kulturhaus

Auf hohen Absätzen betritt Patrick Wolf um kurz nach 21 Uhr die Bühne des Berliner Astra. Sein schwungvoller, divenhafter Gang, die knallrote Kurzhaarfrisur mit langem Pony, die sein Gesicht noch etwas blasser wirken lässt als es ohnehin schon ist, seine Art den Arm nach seinem Publikum auszustrecken und sich im Kreis einmal um seine eigene Achse zu drehen, anmutig wie ein junges Reh – das allein schon macht Patrick Wolf zu einer einzigartigen Erscheinung innerhalb seines Metiers. Seine Stimme, die sich mal sehr männlich, tief brummend in den unteren Registern bewegt, um sich anschließend mühelos in unerahnte Höhen aufzuschwingen, schmückt ihn genauso wie das glitzernde Jackett, das er trägt.

Er singt von seiner Jugendliebe, von Vertrauen und Zusammenhalt, spielt trotz schmerzender Finger die Harfe wie ein junger Elf und versinkt dermaßen in seiner Musik, dass er Zeit und Raum vergessen macht und sogar selbst vergisst.

Anstatt sich arrogant und abgehoben über die Häupter des Publikums tragen zu lassen wie ein Rockstar, springt er lieber ganz und gar von der Bühne und läuft auf gleicher Augenhöhe mit seinen Fans durch die Menge.

Zu Ende des Konzertes lässt Wolf schließlich auch noch die erste Single seines neuen Albums „Lupercalia“ erklingen: „The City“. Auf seinen Schultern haben sich inzwischen zwei tierische Gefährten niedergelassen, die in völligem Gegensatz zum Songtitel und zur im Bühnenhintergrund leuchtenden Großstadt stehen. Fuchs und Wiesel machen das Gesamtkunstwerk perfekt!

Ahuuuuuuuuuu! Weiterheulen, Patrick! Das war ein tierisch gutes Konzert!

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