White Denim sorgten am vergangenen Dienstagabend für ein wahrlich mitreißendes Konzerterlebnis im Berliner Magnet-Club. Wir haben lebendige Impressionen für euch gesammelt und reichlich Fotos geschossen.



Die vier Texaner von White Denim, die Ende Mai ihr viertes Studioalbum mit dem Titel „D“ veröffentlichten, waren in den vergangenen Tagen in Köln, Berlin und Hamburg unterwegs, um es auch live auf deutschen Bühnen zu präsentieren. Musicattack war beim Berlin-Konzert dabei und versorgt euch mit brandheißen Infos aus dem Magnet.

The Sun and The Wolf als Support für White Denim

The Sun And The Wolf, die ursprünglich in ihrer Heimat Neuseeland als „The Have“ umhertourten, entschieden sich 2009 gemeinsam nach Berlin zu ziehen, um einen Neustart zu wagen. Vor White Denim begleiteten sie auch schon The Datsuns und The Frank Popp Ensemble als Voract.

White Denim: Weniger Style, mehr Qualität!

Waren The Sun and The Wolf von der Locke bis zur Fußspitze durchgestylt, so gaben sich White Denim eher leger auf der Bühne. Sneaker statt Chelsea Boots, Jeans und T-Shirt, statt Röhre und Hemd. Zu trinken gab’s Wasser statt Bier. Ihr Bandbudget scheinen sie nicht für Oberflächlichkeiten auf den Kopf zu kloppen – sie investieren es lieber in hochwertige Instrumente. Gibson-Gitarren, Rickenbacker-Bass – wenn da das rauskommt, was drauf steht… dann verspricht das ein tolles Konzert zu werden, dachte ich.

White Denim: Konzertbericht aus Berlin

Meine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Die Finger rutschen nur so über die Stahlsaiten, die Füße zielsicher auf den Effektboards platziert. Bam! Umwerfend! Was für ein Sound! Die komplexe Rhythmik wirft einen von links nach rechts, verursacht unweigerlich notorisches Kopfnicken und mechanisches Fußzappeln. Psychedelic-Progressiv-Blues-Garage-Glam-Rock! Wow! Was für eine elektrisierende Mischung!

In rasantem Tempo rennen sie mit uns durch ihr Programm als seien sie auf der Flucht. So gönnen sich die Weißhosen kaum eine Pause, legen nahezu ein Medley aufs Parkett – mit dem einzigen Unterschied, dass sie nicht nur Ausschnitte spielen, sondern ganze Songs so organisch aneinanderreihen als hätten sie immer schon zusammengehört. Dabei stellen sie eine Mischung aus Titeln von vier Studioalben zusammen und springen munter durch verschiedenste Rhythmen, Metren und Genre.

Sänger James Petralli verzaubert mit seiner Stimme, die einen feinen Hauch von Blues und Soul verströmt und singt sich zeitweise fast in Rage. Der neue zweite Gitarrist Austin Jenkins, der das einstmalige Trio nun schon seit einiger Zeit zu einem Quartett erweitert, scheint sich noch nicht so recht in das Bandgefüge eingepasst zu haben. Seine teils ungelenk anmutenden Bewegungen und unsicheren Gesten fügen sich allerdings im Laufe des Konzertes immer organischer in das Geschehen auf der Bühne ein.

Steve Terebecki am Bass komplettiert den Gesamteindruck durch sein nerdy, jugendliches  Erscheinungsbild. Stolz wie Oscar hält er seinen Rickenbacker im Arm und erinnert mit seiner türkisblauen, überdimensionierten Brille und seinen dunklen Locken ein wenig an das weiße Pendant Steve Urkels in seinen besten Zeiten. Eines muss man ihm aber lassen: sein Instrument beherrscht er perfekt, sein fast virtuoses Spiel bereichert  den Sound der Band ungemein.

Die Jagd geht weiter. Im letzten Drittel des Konzertes erklingt mein persönlicher Liebling: „I Start To Run“ vom 2009er Album „Fits“. Mit seiner markanten Bassline geht er sofort ins Ohr und animiert zum hemmungslosen Wippen und Tanzen. Die Groupies in der ersten Reihe schnappen völlig über und verteilen ihr Bier über Bühne und Pedalboards. White Denim gelangen auf die Zielgerade. Ein kurzer Zwischenstopp. Frenetische Beifallsbekundungen. Zugabe. Ziel. Jubel! Was für ein Abend!?

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