Seit 38 Jahren begeistert Bryan Ferry mit seiner sanften Stimme und gelungenen Kompositionen. Dabei hat er sich nie dem aktuellen Modediktat unterworfen.

Um 1970 formierte sich um Bryan Ferry und Brian Eno die Band Roxy Music, die sich bis heute dreimal aufgelöst und wieder zueinander gefunden hat. Mit der Band feierte er Erfolge mit etlichen Nummer-eins-Hits, unter anderem mit dem Album „Avalon“ und der Single der Coverversion von John Lennons „Jealous Guy“.

Seine Solokarriere startete er schon kurz nach der Gründung von Roxy Music, beschränkte sich anfangs jedoch hauptsächlich auf Coverversionen. Später folgten eigene Kompositionen, doch immer wieder beschäftigt sich Ferry mit berühmten, früheren Songs.

So bewies er mit seinem Swing-Album „As Time Goes By“, auf dem er alte Nummern anderer Künstler intoniert, zwei Jahre bevor Robbie Williams den Swing beim jüngeren Publikum salonfähig machte, dass er wahrlich eine zeitlose Stimme besitzt. Im Jahr 2002 folgte das ähnlich strukturierte Album „Frantic“ und sein aktuelles, 2007 erschienenes Album „Dylonesque“ präsentiert elf Lieder aus dem Oeuvre von Bob Dylan.

Zu den bekanntesten Songs des Sohnes eines Bergmannes aus dem Nord-Osten Englands gehören „Let’s Stick Together“, „Love Is the Drug“ und „Slave to Love“, letzteres wurde prominent in den Filmen „9 1/2 Wochen“ (Adrian Lyne) und „Bitter Moon“ (Roman Polanski) eingesetzt. Neben der Musik ist Bryan Ferry aber auch als Schauspieler unterwegs und im Alter von 61 Jahren modelte er für die Einzelhandelskette Marks & Spencer.

Weder Bryan Ferrys Musik noch sein Erscheinungsbild waren je an die wechselnden Trends angepasst. Er ist für sein dandyhaftes Auftreten bekannt, mit Abendanzug und zeitweilig bleistiftdünnem Schnauzer. In einer Zeit, in der die Musik immer banaler wird, wartet der Sänger immer wieder mit überraschenden Einfällen auf, die sich auch gerne auf längst vergangen geglaubte Tage rückbesinnen. Und interessanterweise ist er damit den Trends immer weit voraus.

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