Am gestrigen Abend verzauberte die kanadische Sängerin Feist das Publikum beim Konzert im Berliner Tempodrom und präsentierte – unterstützt von einem fantastischen Ensemble – Songs vom aktuellen Album „Metals“ und altbekannte Klassiker wie „Mushaboom“.

Wer schon beim Hören ihres neuen Albums „Metals“ zu metallisch glänzenden Augen neigte, der wird angesichts der herausragenden künstlerischen Leistung, die Feist gestern im Tempodrom ablieferte, zur Bronze-Statue erstarrt sein. Ohne zu viele Worte zu verlieren, webte die kanadische Sängerin einen Teppich aus himmlischen Klängen und entführte das Berliner Publikum für knapp 2 Stunden in eine wunderbar sorglose Welt. Wie im Flug verging die gemeinsame Zeit in der einem Zirkuszelt nachempfundenen Konzertlocation.

Konzertbericht: Feist im Tempodrom Berlin

Am 30. September erschien 4 Jahre nach dem letzten Album „The Reminder“ das langersehnte neue Werk von Feist: „Metals“, auf dem sie laut musikexpress „so großartig wie noch nie“ singt. Dieses wundervolle Werk wollte Feist ihrem deutschen Publikum zwar nicht vorenthalten, aber doch zunächst erst einmal nur auf einem einzigen Konzert persönlichen präsentieren. Im ausverkauften Tempodrom schuf sie – bedenke man die Größe der Location – eine vergleichsweise intime Atmosphäre, die seltsamer Weise der eines Clubgigs erstaunlich ähnelte.

Mochte der ein oder andere auch von der Wortkargheit der 35-jährigen Kanadierin enttäuscht gewesen sein, so setzte sie meiner Meinung nach doch die Prioritäten an der richtigen Stelle. Gute Musik bedarf keiner erklärenden Worte! Und so beschränkte sich Feist größtenteils darauf, durch eben diese mit ihrem Publikum zu kommunizieren.

Im etwa zweistündigen Konzert interpretierte sie altbekannte Songs wie „Mushaboom“ oder „Sea Lion Woman“ neu und stellte sie aktuelleren wie „The Bad In Each Other“ oder „How Come You Never Go There“ gegenüber. Trotz der insgesamt eher zurückhaltenden und ruhigen Grundstimmung, überraschten Feist und ihre Band durch eine erstaunlich breitgefächerte Dynamik, die stimmlich vom Flüstern bis hin zum schreienden Aus-Sich-Herausbrechen reichte und musikalisch gar bis zum kurzweiligen Punk-Rock-Ausflug führte. Als besonders beeindruckend empfand ich persönlich das wundersame Zusammenspiel der feistschen Stimme mit den Backing-Vocals – Harmonie auf höchster Ebene!

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Feist feat. Mountain Man

Der ein oder andere wird sich am gestrigen Abend vielleicht – ähnlich wie ich – gefragt haben, wer diese drei wunderbaren Sängerinnen an der Seite von Feist eigentlich sind. Ich habe mich im Netz auf die Suche nach ihnen gemacht und folgendes für euch herausgefunden:

„Mountain Man“ nennen sich die drei jungen Frauen aus Bennington, Vermont (USA), die sich bereits aus Schulzeiten kennen. Als Molly, Alexandra und Amelia das Singen als ihre gemeinsame Leidenschaft entdeckten, gründeten sie – selbst überrascht von diesem wunderbaren Klang, der sich aus dem Zusammenspiel ihrer Stimmen ergab – Mountain Man. Im Juni 2010 veröffentlichten sie ihr Debüt-Album „Made The Harbor“, auf dem außer ihren atemberaubenden Stimmen nichts als eine zurückhaltende Akustik-Gitarre zu hören ist.

Als Feist für Ihre Tournee nach einem weiteren Instrument suchte, das ihre Performance bereichern könnte, fand sie es in Form der drei Stimmen von Mountain Man. Und das war – wie sich am gestrigen Abend in Berlin herausstellte – eine gute Wahl!

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Ihr wollt noch mehr über Mountain Man erfahren? Dann geht’s hier zur offiziellen Website.