Vor gut zwei Jahren sang sie noch Mercy. So erfolgreich wie sie damals war, hatte sie Erbarmen gar nicht nötig. Heute sieht das jedoch anders aus! Bei dem gerade veröffentlichten, neuen Album Endlessly, wäre nämlich genau dieses Bitten nach Erbarmen vonnöten.

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Vor zwei Jahren bildeten Musikerinnen wie Amy Winehouse die Spitze der Charts. Auch Duffy nutzte die Gunst der Stunde und sprang auf diesen Pop-Zug auf. Mercy hielt sich wochenlang auf Platz eins und das dazugehörige Album Rockferry wurde als bestes britisches Album ausgezeichnet. Aber das ist eben zwei Jahre her – jetzt ist der Soul-Markt übersättigt, kein Hahn kräht mehr nach Amy, Duffy und Co.

Kann Duffy mit ihrer zweiten Platte Endlessly an alte Erfolge anknüpfen? Sie sei ja nun viel erwachsener und reifer geworden, heißt es. Eine Aussage, die wir noch nie zuvor von irgendeinem Künstler gehört haben. Doch an welcher Stelle soll diese Entwicklung denn zu hören sein? Auf der neuen Platte – Fehlanzeige. So langweilig und unspektakulär die Aussage über das Erwachsenwerden, so ist leider auch der Sound von Endlessly.

Duffys Songs, voran Too Hurt To Dance, kommen mit so viel Herzschmerz, Kitsch und überladenem Sound daher, dass sich der Hörer nur mit einem Schmerz herumplagen muss, nämlich dem seiner Ohren. Der größte Teil des Albums besteht aus langweiligen, belanglosen, dahinplätschernden Pop-Songs, die immer wieder die Frage nach dem Neuen aufwerfen. Die Antwort bleibt aus.

Da nützt es auch nicht, dass der Produzent ein neuer, nämlich Albert Hammond, ist, wenn doch die ausufernden Bläser und Streicher dieselben wie in Rockferry bleiben. Wer Songs, wie Keeping My Baby oder Lovestruck, gehört hat, weiß was ich meine. Das Dilemma nimmt kein Ende, denn selbst der Versuch mit Tracks, wie Girl, ein bisschen Schwung in die Platte zu bekommen, scheitert kläglich. Lediglich die Single Well, Well, Well fällt etwas aus der Reihe und sorgt zumindest dafür, den großen Zeh mitwippen zu wollen.

Keine Überraschungen, keine Abenteuer, keine Spannung. Duffy bleibt konsequent auf einer scheuen Belanglosigkeit sitzen, dass diese Platte einfach nicht zum Hörvergnügen werden kann. Schade, bei dem stimmlichen Potential!