Rock ‘n Roll ist eine Musikrichtung, auf die sich die komplette Rockmusik begründet. Diese ursprüngliche Form des uns heute bekannten Rocks wurde bereits in den 50er Jahren gespielt und stellte eine Art Anti-Haltung gegenüber dem konservativen Verhalten der Eltern dar. Es ging hier um eine komplette Protestkultur, die etwas Neues auf die Beine stellen wollte.

Aufbau einer Rock’n Roll Band

Man kann eine Rock ‘n Roll Band erst einmal ganz einfach darstellen. Es gibt einen Sänger, der als Frontmann und Entertainer fungiert. Dieser wird begleitet von Gitarre, Bass und Schlagzeug, die das rhythmische Fundament für die Musik bilden. Die Gitarre spielt meist ein einziges, sehr eingängiges Riff, welches immer wiederholt wird. Das Schlagzeug unterlegt den Sound mit einem harten Beat, dem sogenannten Offbeat. In den Anfängen ging es beim Rock ‘n Roll um kurze Kompositionen, die das 12 taktige Schema des Blues in sich übernommen hatten. Die Basslinie erklang rollend, wie man es vom Boogie Woogie her gewöhnt war. Zusätzlich zur Musik erfanden die jungen Menschen damals den Rock ‘n Roll Tanz. Hier standen ganz besonders die akrobatischen Einlagen im Vordergrund, mit denen sich die Tänzer immer wieder zu weiteren Höchstleistungen animierten.

Kult

Alan Freed war derjenige, der den Begriff Rock ‘n Roll in seiner Afterschool Radio Show Moondog einsetzte und dass, obwohl der Begriff in der damaligen Zeit ein Slangausdruck für den Geschlechtsverkehr war. Die Show war Mitte der 50er Jahre bereits Kult und so konnte Alan Freed Künstlern die Chuck Berry, Bo Diddley , Gene Vincent und Frankie Lymon zu einigen Liveshows und Konzerten verhelfen, die er über seinen Sender ausstrahlte.

Entwicklung bis heute

In der heutigen Zeit wird der Begriff Rock ‘n Roll gerade im englischsprachigen Raum für die derzeit aktuelle Rockmusik genutzt, ohne dabei auf den geschichtliche Hintergrund zu achten. Rock ‘n Roll wurde zu einem Überbegriff für gitarrenlastige Musik aller Spielarten. Die wildesten Vertreter des Rock ‘n Roll in den 50er Jahren waren definitiv Chuck Berry, Jerry Lee Lewis und Elvis Presley. In der weiteren Entwicklung der Musik ging es auch immer darum, mit seinem Aussehen zu provozieren und aufzufallen. Längeres Haar, auffällige und vor allem anzügliche Kleidung ließen die Musiker schnell zu Idolen einer ganzen Generation werden. Nach und nach kamen Drogen und die damit verbundenen Skandale hinzu, wie es bei Johnny Cash an der Tagesordnung war. Sämtliche Verhaftungen und Verhandlungen wurden öffentlich ausgetragen und bildeten eine wirksame PR Maschine für den Rock ‘n Roll und festigte das damit verbundene Image des Rotzlöffels. Jerry Lee Lewis beispielsweise heiratete seine damals 13jährige Cousine. Ein Skandal, wie er größer nicht hätte sein können.

Spielarten

In den darauf folgenden Jahren entwickelten sich aus dem Rock ‘n Roll sehr viele vereinzelte Stile, die man nur noch mit großer Sorgfalt überschauen konnte. Es gab Jive, Twist, Surfrock, Instrumental, Weißer Doo Wop, Schwarzer Doo Wop, Car-Sound, Rockabilly, Teenage Rock, Highschool Rock und viele weitere Spielarten, die alle auf demselben Prinzip basierten, jedoch spezielle Eigenarten mit sich trugen. Insgesamt kann man sagen, dass es die heutige Musik ohne den Rock ‘n Roll nicht gegeben hätte. Nicht nur die Musik selbst, sondern auch die geistige Revolution, die dadurch ausgelöst wurde, ebnete den Weg für die heutigen Musiker.

Foto: Rob Duffy – Fotolia

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