Seit August ist  ja nun das neueste Werk von dem jamaikanischen Dancehall-Musiker Sean Paul in allen Plattenläden käuflich zu erwerben. Wir wissen ja alle, das Sean Paul ein kleiner Macho ist, doch was er auf seinem vierten Album „Imperial Blaze“ fabriziert hat – man, da schlackern einem die Ohren.

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Wenn man behaupten würde, Sean Paul weiß, dass Sex sells und gemäß diesem Motto habe er auch die neue Scheibe „Imperial Blaze“ produziert, dann wäre dies wohl die Untertreibung des Jahres. Nackte Haut, wackelnde Popos, zwielichtige Texte oder unmoralische Angebote – all das sind Dinge, mit denen hat man sich irgendwie schon abgefunden.

Aber jetzt sprengt Mr. Paul tatsächlich den Rahmen. Vor lauter Sex und nicht enden wollender Männerphantasien, kann man schon gar keine Songs mehr wahrnehmen. Er selbst behauptet ja, in der neuen Platte gehe es um die Reife eines Künstlers. Schon klar – wir wissen schon, welche Reife er meint! Selbst seine technisch tadellose Produktion, kann nicht von diesem – alles in sich verschlingenden – Inhalt ablenken.

Durch alle Songs protzt sich Mr. Lover als „the sex technican“ mit unbändiger Potenz und Durchhaltevermögen. Dieses Pimpern von einem Song zum Nächsten grenzt wirklich schon an Geschmacklosigkeit und hat meiner Meinung nach nichts mehr mit Musik zu tun. Wenn jemand doch auf dem Schlauch stehen sollte, worum es denn eigentlich auf dem Album geht, dann bekommt er es bei „She Wanna Be Down“ noch einmal mit dem Lattenzaun vor den Kopf geknallt.

Keine Ahnung welche Komplexe dieser Mann hat, aber der Hammer kommt ja noch. In dem SongRunning Out Of Time“ jammert er doch dann tatsächlich rum, wie schwer es sei, die wahre Liebe zu finden. Wie lächerlich! Vielleicht wäre die Suche nur halb so schwer, wenn er erstens nicht nur die ganze Zeit von seinem großen Teil reden  und zweitens weniger Wert auf oberflächliche Äußerlichkeiten wie „perfect design, shape and figure“ legen würde.

Es scheint als hätten sich gerade mal drei Songs auf dieses Album verirrt, die da gar nicht reinpassen und daher eine erleichternde Abwechslung bieten. Zu den Songs gehören „Hold my Hand“ und „Pepperpot“, die auch mal ein Stück von den nervigen Claps wegkommen. Der dritte „Ausrutscher“ ist „Straight From My Heart“, in dem Mr. Permanent über Mami singt. Jaja, da können Männer noch so große Machos oder Frauenkenner sein, bei Mami bleibt die Rollenverteilung doch klar beim Alten.

Wenn man sich also den leicht eindimensionalen Text wegdenkt, bleibt noch ganz tauglicher Dancehall übrig – aber mehr auch nicht!

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