Kraftvoll, träumerisch, ein bisschen morbide, mit wunderschönen Melodien und einer ans Herz gehenden Geschichte präsentiert sich das Konzeptalbum „La Mécanique du Coeur“ der französischen Band Dionysos.

Hierzulande kaum bekannt, sind die Musiker um den Sänger und Songschreiber Mathias Malzieu im Nachbarland Frankreich spätestens seit ihrer Single „Coccinelle“ aus dem Jahr 1999 Megastars. Größtenteils auf französisch mit immer wieder eingestreuten englischen Texten, besingen sie merkwürdige, schrullige und auch unsinnige Situationen und Charaktere, vergessen dabei aber nie ihre Hörer mit ins Ohr gehenden Melodien zu beglücken.

„La Mécanique du Coeur“ (zu Deutsch etwa: Die Mechanik des Herzens oder Das mechanische Herz) ist ihr neuestes Album, das bereits im November 2007 in Frankreich erschien. Die Geschichte dieses Konzeptalbums bewegt sich durch eine surreale und doch romantische Welt, die an Tim Burtons Filme „The Nightmare Before Christmas“ und „The Corpse Bride“ erinnert und deren Stop-Motion-Animation im Video zur ersten Single-Auskopplung „Tais Toi Mon Coeur“ ebenfalls Anwendung findet. Die Story folgt dem Jungen Little Jack, der am kältesten Tag der Welt mit einem gefrorenen Herzen geboren wird und dem daher anstelle dessen eine Kuckucksuhr eingebaut wird. Damit diese nicht explodiert, darf er die Zeiger nie berühren, sich nicht aufregen und vor allem sich niemals verlieben. Natürlich geschieht eben dieses und das Unheil nimmt seinen Lauf…

Das auf dem gleichnamigen Buch vom Sänger Mathias Malzieu basierende Album klingt, als hätten sich in einer kalten Nacht Malzieu, Edgar Allen Poe und Danny Elfman (der Haus-und-Hof-Komponist von Tim Burton) am Kaminfeuer getroffen und angefangen, sich bitter-süße Schauergeschichten zu erzählen. So ist jede erdenkliche Stilrichtung auf der Trackliste vorhanden: Von karnevalesken Motiven und schrägen Chansons über todtraurige Balladen bis hin zu stampfenden Beats und HipHop-Gesängen ist alles auf „La Mécanique du Coeur“ vertreten – es finden sich sogar einige Klezmer-Klänge. Für deutsche Hörer ist es zwar hilfreich der französischen Sprache mächtig zu sein, um der Geschichte folgen zu können, das Hörerlebnis wird aber auch ohne diese Fähigkeit nicht gemindert. Auf der MySpace-Seite der Band kann man sich einen guten, ersten Eindruck über das Werk verschaffen.

In Frankreich war das Album und das Buch übrigens derart erfolgreich, dass sogar der Kultregisseuer Luc Besson sich des Themas annehmen will. Wem also diese wunderbare Platte über den Weg läuft, der sollte keine Sekunde zögern zuzugreifen!

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