Der King of Pop ist zurück! Zumindest will uns das Sony Music weismachen. Pünktlich zu Weihnachten veröffentlicht das Label die Platte Michael – eine Sammlung aus bisher unveröffentlichten Songs. Eine nette Geste für Jackson-Fans oder einfach eine wunderbare Möglichkeit fette Kohle zu machen?

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Das neue Album Michael, vom King of Pop, hätte nicht theatralischer betitelt werden können. Und was für ein Zufall, dass die Platte pünktlich zum Fest der Geschenke auf den Markt geworfen wird. Da bleibt die Frage: Sind die Songs wirklich echte hinterlassene Jackson-Songs oder wurden die einfach irgendwie zusammengeschustert? Die Antwort kann Michael Jackson leider nicht mehr geben. Wenn man sich das Ergebnis Michael aber genauer anschaut, kommt der Verdacht auf, Michael hatte da kein Wörtchen mitzureden. Er würde sich wohl eher im Grabe umdrehen.

Die Platte umfasst zehn Songs, die sich irgendwo zwischen grenzwertigen säuselnden Balladen, fetzig-zackigem Pop und Duetten mit absurden Partnern bewegt. Es ist schwer vorstellbar, dass Michael Jackson ein Duett mit Rüpel-Rapper 50 Cent oder Akon aufgenommen hätte.

Den Auftakt bildet auch gleich das schnulzige Duett Hold My Hand mit Akon. Nach diesem ersten Schock wird es aber besser: Der Song Hollywood Tonight klingt schon sehr viel mehr nach dem King of Pop – hier ein paar typische Schreie, dort ein eingängiger Beat-Box-Sound. Das weckt sofort alte Erinnerungen!

Doch das wohlige Gefühl verweilt nicht lang, spätestens bei Monster ist man wieder in der Gegenwart. Der Versuch ein zweites Scream zu produzieren und Janet Jackson mit 50 Cent auszutauschen, konnte ja nur schief gehen. Bad-Boy-Touch und Michael-Sound ist als Verbindung einfach völlig absurd.

Da funktioniert das Duett mit Lenny Kravitz sehr viel besser – auch wenn wahrscheinlich keiner bemerkt, dass Dave Grohl dabei an den Drums saß. Die letzten Tracks zeigen sich dann mit schönen 90er Beats, die zum Tanzen einladen, endlich wieder in alter Michael-Manier.

Fazit: Mag sein, dass sich Jackson-Fans über dieses neue Material, wenn es auch nicht ganz dem Michael-Style entspricht, freuen. Doch die Tatsache, Sony heimst sich damit jetzt eine fette Stange Geld ein, gibt dem ganzen einen sehr faden Beigeschmack.