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Was haben sich die Verantwortlichen bei MTV gedacht, als man beschloss, am 27. Mai den gesamten Sender symbolisch in die Hände des Rappers Sido zu geben. Hat sich MTV als letzte Musikoase nun auch als Sympathieträger verabschiedet? Schon in jüngster Vergangenheit hat sich dieser Trend abgezeichnet, aber mit „MTV ruled by Sido“ scheint der Bruch endgültig vollzogen, dabei hatte ich immer gedacht, man hätte sich VIVA gekrallt, um dort solchen Bockmist zu verzapfen.

Nun also ein ganzer Tag im Namen von Sido – der schon mit dem von ihm moderierten Kickstart beginnt. Was soll das für ein Tag werden, an dem einem als Zuschauer Sido schon am frühen Morgen begrüßt? Dies gipfelt dann in TRL XXL, einem MTV Masters und eine Live-Chat, der vermutlich ähnlich gestaltet wird, wie die Kommentare zur Sendung, wo anscheinend nur wohlwollende Bemerkungen zur Sendung freigeschalten werden.

Dieser Trend hin zu Rappern, die angeblich die Sprache der Kids sprechen, ist nur ein Beleg für die geistige Verarmung unserer Jugend. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass MTV-Größen wie Markus Kafka sich mit solch einem Programm identifizieren können, auch wenn er erst vor kurzem für die heutige Jugend persönlich eingestanden ist. Ähnlich wird es vermutlich zahlreichen anderen Zuschauern gehen, die sich nächtens wenigsten noch mit Family Guy, South Park und Drawn Together amüsieren können.