Ein Sonntagmorgen wie jeder andere. Verschlafen am Frühstückstisch, eine Tasse Tee in den Händen, ein Toast auf dem Teller und plötzlich ist er da… der perfekte Soundtrack für eben diesen Sonntagmorgen, der auf einmal doch nicht mehr so gewöhnlich erscheint.

„We all make mistakes…“ singt eine zarte, warme, weibliche Stimme im Zusammenspiel mit ihrem verbrauchten, männlichen Gegenpart. „ …We do!…“, vereinen sie sich über einem Meer von glitzernden Gitarrenklängen, die in mir das Bild von sich spiegelnder Sonne auf seicht dahin plätscherndem Wasser hervorrufen, in scheinbarer Harmonie, die – ein wenig getrübt vielleicht – doch ausgewogen zu sein scheint. „… I learn from you…“

Was ist das für ein Song, der mir die Augen öffnet, an einem Sonntagmorgen wie diesem, an dem die Lider schwerer als sonst zu wiegen scheinen? Erst den Song ausklingen lassen. Wäre es doch zu schade auch nur eine Sekunde davon zu verpassen… Dann dem Sprecher in der kleinen ovalen Holzkiste lauschen, die auf meinem Frühstückstisch thront und sonst häufig viel nicht Erwähnenswertes, bereits Erhörtes oder gar störendes Geräusch hervor bringt. Kein Wort von dem, was vorher erklang… Mist, was ist das für ein Song?

Also aufgestanden! Und Nutzen aus dem modernen Gerät gezogen, das die Elektro-High-Tech-Multi-Media-Industrie in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Gut, dass mein Lieblingsradio seine Playlists auf Twitter streamt…

„Sonntag, 11.03.2012, 10.51 Uhr: Lianne La Havas feat. Willy Mason – No Room For Doubt“, steht da… das muss er sein! Das ist er, der Song! Und sie… die es allein mit der Kraft ihrer Stimme vermochte, mich am Sonntagmorgen aus meinem Tiefschlaf zu reißen.

Darf ich vorstellen? Lianne La Havas, 22 Jahre alt, halb Griechin, halb Jamaikanerin, lebt in London, wurde sogar im vergangenen Jahr für den „Sound of 2012“ nominiert – eine Vorhersage, mit der die BBC sich jedes Jahr für die vielversprechendsten Newcomer ausspricht, die WAHRscheinlich den Durchbruch schaffen werden. Leider hat ihr in diesem Jahr Durchstarter Michael Kiwanuka den Rang abgelaufen, der am Ende auf Platz 1 der Prognose landete. Ok… vielleicht braucht sie noch eins, zwei Jahre, aber dann wird sich auch ein Michael Kiwanuka warm anziehen müssen!

Wen ich jetzt mit meinem Lianne La Havas Fieber angesteckt habe, der sollte mal einen Blick in den iTunes Store werfen und ihre bisher erschienenen EPs durchstöbern. „Lost and Found“ enthält das wunderbare Duett mit Willy Mason, das meinen Sonntagmorgen versüßt hat. „Forget“ ist brandneu in 2012 erschienen und zeigt die Wahl-Britin in deutlich experimentierfreudiger Stimmung. Wandelbar, das Mädchen!

Auch ein Blick auf ihre Website lohnt sich! Dort gibt’s aktuelle Videos zu bestaunen und sogar einen Free Download bei Anmeldung zum Newsletter abzustauben.

Do what you want! Aber ich werde Lianne La Havas im Auge und in den Ohren behalten!