The Gaslight Anthem gaben am vergangenen Mittwochabend ordentlich Gas und machten den Zuschauern im Astra Kulturhaus Berlin so richtig Feuer unterm Hintern. Hier gibt’s den passenden Konzertbericht in Wort und Bild.

Alle, die sich am gestrigen Abend nicht von Blitz und Donner ins Bockshorn jagen lassen haben, werden diese Entscheidung mit Sicherheit nicht bereut haben. The Gaslight Anthem taten alles Nötige, um den Ärger über das stürmische Wetter vergessen zu machen. Nass wurde es trotzdem! Denn statt von oben floss das Wasser aus sämtlichen Poren.  Schwitzen, tanzen, mitsingen  – so lautete die Devise!

Abenteuerliche Wege führen nach Rom

Riesige Wasserlachen säumen den Hof des Astra Kulturhaus in Berlin. Es ist 20.30 Uhr, noch immer gießt es aus vollen Kannen, jeder findet seinen ganz persönlichen Weg den Wassermassen Herr zu werden. Hüpfend von einem Bein auf das andere, in der Hoffnung eine trockene Stelle auf dem matschigen Untergrund zu erwischen, geht es über provisorisch platzierte Bierkästen im Schlamm an der Kasse vorbei in den Konzertsaal. Geschafft, kann losgehen!

Twopointeight als Support von The Gaslight Anthem

Pünktlich im 21 Uhr zünden die schwedischen Punkrocker von Twopointeight die ersten Kracher auf der Bühne und heizen dem Publikum im Astra ordentlich ein. Neben älteren präsentieren sie vor allem neue Songs, vom demnächst erscheinenden Album. Dieses wird den schlichten Titel „Twopointeight II“ tragen und am 16. Juli via I Scream Records erscheinen.

The Gaslight Anthem: Wenig Punk, viel Rock!

Mit markant kratziger Stimme begrüßt er das Publikum im gut gefüllten Berliner Astra: Brian Fallon. Während andere Sänger im Laufe eines Konzertes gern einmal stimmlich abbauen, scheint Fallon von Song zu Song zu wachsen. Wie Schleifpapier reiben die Lieder über seine Stimmbänder und machen sein Organ rauer und ungestümer als es ohnehin schon ist. Erst am Ende der Show hat seine Stimme ihre volle krude Schönheit entfaltet.

Zwischen Songs älterer und aktueller Alben, sowie gekonnt eingeflochtenen Covern (z.B.: „House Of The Rising Sun“) verteilt Brian munter Plektren und Basser Adam Levine Bierduschen. Vom viel zitierten Punk Rock, dem die Band gern zugeschrieben wird, ist allerdings wenig Punk, dafür umso mehr Rock und Pop zu hören.

Frontmann Brian Fallon weiß davon gekonnt abzulenken und lässt sich gern einmal zu der ein oder anderen Anekdote hinreißen. So erzählt er von Begegnungen mit berühmten Musikern wie Pearl Jam‘s Eddie Vedder und Bruce Springsteen. Außerdem verrät er in einem seiner schwachen Momente, dass er durch seine leuchtenden Augen reichlich wenig erblicken kann und eigentlich eine Brille bräuchte. Das Dilemma: Er sieht mit Brille (laut eigenen Angaben) alt und bescheuert aus.

„I’m an old man in a young man‘s body!“ – Zitat Brian Fallon

Als der letzte Song geradeso verklungen ist, verlässt die Band die Bühne. Und zack! Da stampfen auch schon die Roadies auf die Bretter, um einen Monitor zu entkabeln. Oh nein! Soll es das schon gewesen sein? Natürlich nicht! Gemein angetäuscht und sauber ausgeführt. The Gaslight Anthem kehren zurück auf die Bühne und schmettern endlich auch den Song, auf den alle gewartet haben: „American Slang“, Titelsong und Single vom 2010 veröffentlichen Album. Soll erfüllt!

Foto-Galerie: The Gaslight Anthem im Astra Berlin 2011


Ausblick: The Horrible Crowes und The Revival Tour

Von The Gaslight Anthem bzw. Frontmann Brian Fallon wird man in diesem Jahr wohl noch so einiges zu hören und zu sehen bekommen. So soll Anfang September das erste Album seines neuen Projekts „The Horrible Crowes“ in den Läden stehen. Außerdem wird er in diesem Jahr noch einige Male auf deutschen Bühnen seine unverwechselbare Stimme erklingen lassen. Zusammen mit Chuck Ragan von Hot Water Music und anderen ist er im Oktober auf Revival Tour.

Brian Fallon auf The Revival Tour

05.10.11. Hamburg – Gruenspan
06.10.11 Berlin – Postbahnhof
08.10.11 München – Backstage Werk
11.10.11 Wiesbaden – Ringkirche
12.10.11 Köln – Live Music Hall
13.10.11 Münster – Skaters Palace

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