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Der Amerikaner Terrance Dean hat für Mitte Mai die Veröffentlichung seines Buches “Hiding in Hip Hop” angekündigt. Das Brisante: Er kündigt an, zahlreiche homosexuelle Hip Hopper zu outen. Nachdem er mit vielen Hip Hoppern zusammen gearbeitet hat, will er nun deren großes Geheimnis lüften.
Die Hip Hop-Szene gilt in weiten Teilen als überzogen maskulin: als tendenziell frauenfeindlich, gewaltverherrlichend, sexistisch und, um die Aufzählung komplett zu machen, auch als homophob. Nun ist es gar kein seltenes Phänomen, dass gerade in solchen “männerbündischen” Szenen die Inszenierung der eigenen Männlichkeit verwendet wird, um Homosexualität zu verdecken. So fanden beispielsweise in den späten 80ern eine Reihe von Coming-Outs in der Heavy Metal-Szene statt, die bis dahin als Revier harter Männer gelten konnte. Prominentes Beispiel ist der Rob Halford, der Sänger von Judas Priest, der viele seiner Fans mit seinem Bekenntnis zur Homosexualität schockierte.
Wer genau von Terrance Dean geoutet werden wird ist bis zum Erscheinen des Buches noch streng geheim. Auf jeden Fall kann man sich auf eine hitzige Kontroverse gefasst machen.
Zur Diskussion steht auch die Frage, ob der Autor nicht gegen die Persönlichkeitsrechte der geouteten Rapper verstößt. Denn die Entscheidung zum Coming-Out ist eine schwerwiegende persönliche Entscheidung, die eigentlich den Betroffenen selbst überlassen werden sollte. Andererseits ist das erzwungene Outing eine gewagt aber häufig wirksame Form der Politik, um homophobe und männlich-dominierte Diskurse aufzubrechen und für Toleranz gegenüber Homosexuellen zu öffnen. Und seien wir ehrlich, ein bisschen Selbskritik würde vielen Hip Hoppern nicht schaden, die uns allzu oft mit schwulenfeindlichen Aussagen auf den Keks gehen.

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